ZIEGENHAIN – Bundesjury macht sich Bild von Ziegenhains Zukunft

ZIEGENHAIN – Bundesjury macht sich Bild von Ziegenhains Zukunft

Mit dem Gewinn der Goldmedaille beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat sich die Ortsgemeinde Ziegenhain für den Bundesentscheid 2026 qualifiziert. Als eines von bundesweit 26 Dörfern stellt sich Ziegenhain damit dem bundesweiten Vergleich. Nun stand ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Entscheidung an: Die Bundesjury besuchte die Ortsgemeinde und verschaffte sich vor Ort einen umfassenden Eindruck von ihrer Entwicklung und Zukunftsfähigkeit.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) richtet 2026 den 28. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ aus. Teilnehmen können Dörfer mit bis zu 3.000 Einwohnern sowie Ortsteile mit überwiegend dörflichem Charakter. Als einer der Landessieger ist Ziegenhain für den Bundesentscheid nominiert.

Am 15. Juni begrüßte Ortsbürgermeister Nicolas Ahrend die Bundesjury in Ziegenhain. Im Wettbewerb werden unter anderem bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Initiativen, nachhaltige Dorfentwicklung sowie die Lebensqualität für alle Generationen bewertet. Gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsgemeinderats sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern präsentierte die Dorfgemeinschaft die Projekte und Maßnahmen, die Ziegenhain in den vergangenen Jahren geprägt haben. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere das ehrenamtliche Engagement, die generationenübergreifende Dorfgemeinschaft, nachhaltige Entwicklungsansätze sowie die gemeinsamen Zukunftsperspektiven des Ortes.

Während des Rundgangs besuchte die Jury verschiedene Stationen im Ort und nutzte die Gelegenheit zum direkten Austausch mit den Einwohnerinnen und Einwohnern. Vorgestellt wurden unter anderem der Mehrgenerationenplatz, Maßnahmen im Bereich Klima- und Naturschutz, die Kinder- und Jugendarbeit sowie zahlreiche Projekte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und die Lebensqualität im Dorf erhöhen.

Wie gelebte Gemeinschaft in Ziegenhain aussieht, wurde der Jury an vielen Beispielen eindrucksvoll vermittelt. Besonders symbolträchtig war die Station am Dorf-Ehrenbaum von Peter Mahnke. Der Baum wurde einst vom Urgroßvater der Familie Haas gepflanzt und steht heute sinnbildlich für den generationenübergreifenden Zusammenhalt. Mehrere Generationen leben hier bis heute in enger Nachbarschaft, engagieren sich aktiv für das Dorfleben und prägen das Miteinander vor Ort – ein Beispiel, das die Werte Ziegenhains in besonderer Weise widerspiegelt.

Zum Abschluss des Besuchs bedankte sich Ortsbürgermeister Nicolas Ahrend bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die die Vorbereitung und Durchführung der Jurybereisung unterstützt haben. „Eine solche Präsentation ist nur durch den Einsatz vieler engagierter Menschen möglich. Mein herzlicher Dank gilt allen, die in den vergangenen Wochen und Monaten mit großem Einsatz dazu beigetragen haben, unser Dorf von seiner besten Seite zu zeigen“, so Ahrend.

Auch Bürgermeister Fred Jüngerich würdigte das Engagement der Ziegenhainerinnen und Ziegenhainer: „Die Qualifikation für den Bundesentscheid zeigt, was durch gemeinschaftliches Engagement vor Ort erreicht werden kann. Ziegenhain hat die Verbandsgemeinde hervorragend vertreten. Dafür danke ich allen, die sich in die Vorbereitung und Präsentation eingebracht haben.“

Besonders erfreut zeigte sich der Ortsbürgermeister über das Fazit der Bundesjury. In ihren Abschlussworten griff diese das in Ziegenhain gelebte Motto „Das ganze Dorf ist ein Verein“ auf und würdigte den außergewöhnlichen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft. Nicht einzelne Projekte oder Personen stünden im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Engagement vieler Menschen. Dieser Gemeinschaftsgeist sei während des gesamten Besuchs in vorbildlicher Weise spürbar gewesen.

„Es war für uns eine große Ehre, die Bundesjury in Ziegenhain begrüßen zu dürfen“, resümierte Nicolas Ahrend. „Die Vorbereitung und Präsentation haben erneut gezeigt, was wir als Dorfgemeinschaft gemeinsam erreichen können. Unabhängig vom Wettbewerbsergebnis sind wir stolz darauf, unser Dorf und das Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger auf Bundesebene präsentieren zu dürfen.“

Nach Abschluss der Bereisungen wird das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) die Ergebnisse des Bundesentscheids bekanntgeben. Insgesamt haben – beginnend auf Kreisebene – 1.221 Dörfer aus ganz Deutschland an der 28. Wettbewerbsrunde teilgenommen.

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ blickt auf eine mehr als 65-jährige Geschichte zurück. Ziel ist es, bürgerschaftliches Engagement sichtbar zu machen und die nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume zu fördern. Die teilnehmenden Dörfer zeigen dabei, wie durch gemeinschaftliches Handeln und innovative Ideen zukunftsfähige Lebensräume entstehen können. Der Bundesentscheid bildet die dritte Qualifikationsstufe nach Kreis- und Landeswettbewerben. In einigen Bundesländern unterscheiden sich die Abläufe leicht. Im Bundesentscheid werden Gold-, Silber- und Bronzemedaillen vergeben, einen Gesamtsieger gibt es nicht. Die Preisgelder betragen 15.000 Euro (Gold), 10.000 Euro (Silber) und 5.000 Euro (Bronze). Zusätzlich kann die Bundesbewertungskommission Sonderpreise in einzelnen Themenfeldern ausloben, jeweils mit 3.000 Euro dotiert. Die Ergebnisse werden am 1. Juli bekannt gegeben. Die Auszeichnung des Bundessiegers ist aber erst am 22. Januar 2027 während der Grünen Woche im City Cube in Berlin geplant. Fotos: Carolin Baumann – Foto: Marcus Ahrend

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