WISSEN – Badewannenrennen auf der Sieg 2026

WISSEN – Badewannenrennen auf der Sieg 2026

Glaubhaften Angaben nach bietet die Sieg seit gut 50 Jahren den Austragungsort für das sogenannte Badewannenrennen. Anfangs war es ein kleiner Haufen abenteuerlustiger „Seeleute“, die sich mit Wasserfahrzeugen der Marke Eigenbau stromabwärts treiben liessen. Zunächst stieg man am Dasberg unterhalb von Wallmenroth ein. Später vertrauten sich die tapferen Leute den Wellen unterhalb der Wingertshardt an. So war es auch jetzt wieder. Im Vordergrund stehen jedoch nicht etwa sportliche Ambitionen wie schnelle Zeiten oder waghalsige Überholmanöver, sondern der Spaß am Abenteuer in freier Natur. Zum Einsatz kamen allerhand aufgeschnittene Plastiktanks, Holzpaletten oder ähnliche Auftriebskörper.

Mit vierzehn „Booten“ war die Armada wieder recht stark bestückt. Einige der seltsamen Schiffe liess man mit Traktorhilfe von Hof Würthen in Voßwinkel aus zu Wasser. Die meisten Teilnehmer stiegen jedoch von der gegenüberliegenden Seite zu. Von der Steckensteiner Brücke aus winkten rund 50 Schaulustige den durchweg wasserfesten Seefahrern zu. Und auch vom Ufer her nahm man sie in Augenschein. Die ganz überwiegende Zahl der Teilnehmer stammte wie immer aus der Umgebung, so zum Beispiel Steckenstein, Mittelhof und Hövels.

Diesmal hatten sich sogar Badewannensportler aus Pracht, Wickhausen und Köln angesagt. Hunde gehören ohnehin zu den liebsten Passagieren. Natürlich musste auch ein qualmender Grill mitreisen. Weitere Zaungäste standen auf der Fußgängerbrücke in Niederhövels. Dort gab es noch eine kleine Verzögerung durch angeschwemmte Bäume vor den Brückenpfeilern. So mancher Mitwirkende machte nähere Bekanntschaft mit dem doch noch recht kühlen Nass, dem Spaß tat dies aber keinen Abbruch. Eines der Schiffe hatte man sinnigerweise „Kanu des Manitu“ getauft und ein Wal, allerdings nur als Badetier, war auch mit dabei.

Nebenbei sei angemerkt, dass die Reihenfolge der eintrudelten „Badewannen“ keine Rolle gespielt hat, wichtig war nur das Vergnügen auf schwankenden Planken, die den Begriff „Schiff“ nicht wirklich verdienten. In Siegenthal war dann wie gewohnt Schluss mit dem nassen Vergnügen. Die neuen Inhaber der direkt an der Sieg gelegenen ehemaligen Gaststätte Heer, sie nennt sich inzwischen „Lebenshof Elsa“, hatten sogar selbst teilgenommen und die gesamte Strecke gemeistert, halfen zur Freude der übrigen Teilnehmer sogar beim Anlanden und Abtransportieren der Boote. Auf dem Hof selbst hatten die Kinder dann die Gelegenheit die dort betreuten Tiere näher kennenzulernen. Im kommenden Jahr werden die sogenannten „Badewannen“ sicher wieder zum Einsatz kommen, wobei die eine oder andere wohl eine Überholung verdient hat. Und Neukonstruktionen sind vermutlich auch wieder im Spiel. (bt) Fotos: Bernhard Theis

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