WESTERWALD – Weißstörche im Westerwald unterwegs

WESTERWALD – Weißstörche im Westerwald unterwegs

Derzeit können Trupps von ca. 20 Weißstörchen im Westerwald beobachtet werden. Die Größen können tagesweise variieren und betragen derzeit zwischen 4 bis 26 Individuen.

Die Beobachtung spiegelt nach Auskunft von Dipl. Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der Naturschutzinitiative e.V. (NI), die positive Bestandsentwicklung beim Weißstorch wider. „Derzeit können in den Trupps neben erwachsenen Vögeln auch schon diesjährige flügge Jungvögel ausgemacht werden. Ein markantes Kennzeichen des Weißstorchs, sein roter Schnabel, bildet sich erst nach dem Flügge werden heraus. Die Nestlinge hingegen haben noch schwarze Schnäbel. Derzeit sieht man Tiere, die einen überwiegend schon rötlichen Schnabel mit schwarzer Spitze haben“, so Immo Vollmer.

Die derzeit zu beobachtenden Störche sind aber nicht die Tiere, die im Westerwald erbrütet wurden, sondern sie kommen von weiter her. Mit der im Westerwald verbreiteten Wiesennutzung besteht ein Anreiz für Nichtbrüter und Brutabbrecher, eine besonders nach Mahdereignissen ergiebige Nahrungsquelle aus verunglückten Kleintieren oder den zahlreichen Heuschrecken und Käfern zu nutzen.

Der Weißstorch profitiert vom Klimawandel

Im Unterschied zu früheren Zeiten, wo Jungstörche relativ kurz vor dem Abflug in die Winterquartiere Ende Juli bis Mitte August flügge wurden, passiere das nun schon öfters einen Monat früher. „Der Weißstorch profitiert vom Klimawandel, da er das nun früher beginnende Vegetationsjahr gut ausnutzen kann. Das machte auch eine Verkürzung der Zugwege auf der Westroute möglich. Die Tiere fliegen oft nicht mehr den gefahrvollen Weg in die afrikanischen Winterquartiere südlich der Sahara, sondern bleiben in Spanien und Südfrankreich“, so Immo Vollmer. Entsprechend hätten diese Störche im Sommer mehr Zeit, zu Kräften zu kommen. Sie könnten sich, so die NI, umschauen und im neuen Jahr früher zurückkehren, als die, die über die Türkei und Israel nach Ostafrika flögen. Das sind wichtige Gründe, warum sich die Weißstörche in Deutschland wieder stark vermehren konnten, nachdem diese Mitte der 80-er Jahre kurz vor dem Verschwinden standen. Fotos: Harry Neumann

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