RHEINLAND-PFALZ – SPNV-Nord begrüßt Sanierung der rechten Rheinstrecke und erwartet zuverlässige Umsetzung

RHEINLAND-PFALZ – SPNV-Nord begrüßt Sanierung der rechten Rheinstrecke und erwartet zuverlässige Umsetzung – Korridorsanierung der DB InfraGO vom 10. Juli bis 12. Dezember 2026

Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) begrüßt die bevorstehende Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke als wichtigen Schritt zur Modernisierung einer der bedeutendsten Eisenbahnachsen in Rheinland-Pfalz und eines zentralen europäischen Schienenkorridors.

„Die Investitionen schaffen die Grundlage für einen Schienenverkehr, der künftig stabiler, leistungsfähiger und zuverlässiger ist“, erklärt Verbandsvorsteher Landrat Achim Hallerbach. Zugleich verbindet der SPNV-Nord seine Unterstützung mit klaren Erwartungen: „Für Fahrgäste, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträger ist entscheidend, dass alle Maßnahmen vollständig umgesetzt werden und die Strecke planmäßig wieder in Betrieb gehen kann“, betont Verbandsdirektor Thorsten Müller.

Schienenersatzverkehr (SEV)

Für die Zeit der Sperrung vom 10. Juli bis 12. Dezember 2026 wurde gemeinsam mit den Partnern in Hessen und Nordrhein-Westfalen ein umfangreiches SEV-Konzept entwickelt. Die Busverbindungen schaffen neue Reiseketten wie z.B. von Neuwied nach Andernach mit Anschluss an den RE 5 nach Köln und verkehren auf einzelnen Abschnitten in einem dichten 15-Minuten-Takt. „Der rechtsrheinische SEV ist gemeinsam mit allen Partnern gut geplant worden. Nun kommt es darauf an, dass die Verkehrsunternehmen vom ersten Tag an eine verlässliche Leistung erbringen“, so

Hallerbach.

Verbesserung der Betriebsinfrastruktur

Positiv bewertet der SPNV-Nord, dass die Korridorsanierung über die reine Erneuerung von Gleisen, Weichen, Oberleitungen und weiteren Anlagen hinausgeht. Vorgesehen sind zusätzliche Überleitstellen, neue Weichenverbindungen, Nachrüstung bisher fehlender Signale sowie weitere Abschnitte mit Gleiswechselbetrieb. „Diese Maßnahmen versprechen den größten langfristigen Nutzen für die Betriebsqualität. Sie erhöhen die Flexibilität und helfen, Verspätungen bei Störungen und Baustellen künftig besser aufzufangen“, erklärt Müller.

Modernisierung der Verkehrsstationen

Auch zahlreiche Bahnhöfe und Haltepunkte entlang der Strecke werden modernisiert.

Verbesserungen bei Ausstattung, Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und Fahrgastinformation schaffen aus Sicht des SPNV-Nord einen erheblichen Mehrwert. „Ohne die Bündelung der Maßnahmen im Rahmen der Korridorsanierung wäre bei vielen Stationen noch über Jahre unklar geblieben, wann notwendige Modernisierungen umgesetzt werden können“, sagt Hallerbach. „Es ist wichtig, Verbesserungen an Strecke und Stationen gleichzeitig voranzubringen, damit sie für die Bundesgartenschau 2029 zur Verfügung stehen.“

Dreiwöchige Sperrung im ersten Halbjahr 2027

Im ersten Halbjahr 2027 folgt während einer dreiwöchigen Sperrung der digitale Lückenschluss zwischen Lahnstein und Neuwied. Mit einem modernen digitalen Stellwerk und weiteren Verbesserungen kann die rechte Rheinstrecke anschließend vollständig digital gesteuert werden. „Künftig kann der Abschnitt von Oberlahnstein bis Unkel aus einem regionalen Großstellwerk vor Ort heraus betrieben werden“, so Müller.

Betriebskonzept linke Rheinstrecke

Besondere Bedeutung misst der SPNV-Nord dem Betrieb auf der linken Rheinstrecke bei, die während der Bauarbeiten große Teile des Umleitungsverkehrs aufnehmen muss. Der SPNV-Nord erwartet von der DB InfraGO, dass die Regionalverkehrslinien auch bei Störungen angemessen berücksichtigt werden und nicht zugunsten anderer Zugleistungen stehen bleiben müssen. „Die linke Rheinstrecke wird für ein halbes Jahr die einzige leistungsfähige Verbindung im Mittelrheintal sein. Wir haben kein Verständnis, wenn Bürger und Fahrgäste zugunsten europäischer Frachten benachteiligt werden würden“, stellt Hallerbach klar. Müller ergänzt: „Das betriebliche Regelwerk wird gerne pauschal zusammengefasst mit „schnell vor langsam“ – dann werden die RE und RB solange beiseitegestellt oder müssen ausfallen, bis wieder genügend Platz ist. Viele tausend Fahrgäste pro Tag auf den Strecken im Mittelrheintal dürfen nicht einer veralteten und nicht mehr angemessenen internen Vorschrift der DB InfraGO zum Opfer fallen.“

Insbesondere sollen die Linien RE 2 und RE 5 aufrechterhalten werden, so die Erwartung des SPNV-Nord. Diese Züge verfügen über deutlich höhere Beförderungskapazitäten als die auf der Relation ebenfalls verkehrende RB 26. Ein Ausfall der RE-Verbindungen und eine Verlagerung der Fahrgäste auf die RB 26 würden zu einer weiteren Verschlechterung der Betriebsqualität führen.

Müller: „Zu erwarten wären überfüllte Züge, verlängerte Haltezeiten, Verspätungsübertragungen sowie im Extremfall notwendige Zugräumungen aufgrund fehlender Kapazitäten. Die Disposition muss die tatsächliche Beförderungsleistung und die Auswirkungen auf die Fahrgäste berücksichtigen.“ Positiv bewertet der SPNV-Nord die von DB InfraGO angekündigten Vorkehrungen für eine schnellere Störungsbeseitigung. Dazu zählen größere Material- und Ersatzteillager sowie zusätzliches Personal.

Abschließend fasst Hallerbach die Erwartungen des Verbands zusammen: „Die mehrmonatige Sanierung bietet die Chance, die rechte Rheinstrecke zukunftsfähig zu machen. Wir haben den Prozess konstruktiv begleitet. Wir erwarten, dass die Maßnahmen vollständig umgesetzt werden und die Strecke anschließend spürbar zuverlässiger und robuster betrieben werden kann.“ Müller ergänzt: „Wünschenswert wären möglichst wenige Störungen auf der linken Rheinseite und eine hohe Sensibilität für die Belange der Fahrgäste.“

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