VG ALTENKIRCHEN-FLAMMERSFELD – Restauriertes Erinnerungsbild an den ehemaligen Bürgermeister Michael Weber an die Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld übergeben
VG ALTENKIRCHEN-FLAMMERSFELD – Restauriertes Erinnerungsbild an den ehemaligen Bürgermeister Michael Weber an die Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld übergeben
Ein besonderes Stück Altenkirchener Kommunalgeschichte hat nun seinen Weg zurück ins öffentliche Bewusstsein gefunden: Kreisarchivar Jacek Swiderski übergab Verbandsgemeinde-Bürgermeister Fred Jüngerich ein aufwendig restauriertes Erinnerungsbild an den ehemaligen Bürgermeister der Bürgermeisterei Altenkirchen Michael Weber.
Das historische Passepartout (90 x 75 cm) wurde im Bestand der Kreisverwaltung Altenkirchen entdeckt. Es war einst als Abschiedsgeschenk von seinen Beamten an Bürgermeister Michael Weber angefertigt worden, der von Januar 1886 bis März 1902 Bürgermeister der damaligen Bürgermeisterei (heute: Verbandsgemeinde) Altenkirchen war. Das Bild vereint Fotografien und Ansichten, die einen unmittelbaren Bezug zu seinem Leben, seinem Wirken und den prägenden Ereignissen seiner Amtszeit haben.
Im oberen Bereich des Passepartouts sind die engsten Mitarbeiter des Bürgermeisters dargestellt. Ergänzt wird die Komposition durch sechs historische Ansichten Altenkirchens, die wichtige Orte, Ereignisse und Bauprojekte aus der Amtszeit Webers dokumentieren:
oben links: Ortsansicht von Altenkirchen von Südwesten aus gesehen (nach 1893),
oben Mitte: das Rathaus in der Rathausstraße (erbaut 1883, abgerissen 1980),
oben rechts: Altenkirchen links der Wilhelmstraße stadtaufwärts gesehen nach dem verheerenden Stadtbrand vom 23. April 1893,
unten links: das Städtische Krankenhaus an der Wiedstraße/Ecke Kölner Straße (erbaut 1900 bis 1902, abgerissen 1971),
unten Mitte: die Kreisverwaltung an der Parkstraße (erbaut 1888, dargestellt im Zustand nach der Erweiterung von 1892),
unten rechts: das Wohnhaus von Bürgermeister Michael Weber in der Rathausstraße, das vermutlich 1945 im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
Die ausgewählten Motive zeigen damit sowohl die Wohn- und Wirkungsstätte von Bürgermeister Michael Weber als auch bedeutende Ereignisse und Bauvorhaben, die in seine Amtszeit von 1886 bis 1902 fallen. Sie vermitteln zugleich einen eindrucksvollen Einblick in die Entwicklung Altenkirchens an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Nach Einschätzung von Kreisarchivar Jacek Swiderski stammen die Aufnahmen überwiegend von dem Altenkirchener Fotografen Cal Käppele. Die Entstehungszeit der Fotografien dürfte daher überwiegend zwischen 1890 und 1902 liegen.
„Von Michael Weber selbst ist leider kein Foto bekannt“, erläutert Kreisarchivar Jacek Swiderski. Auch die Fotogalerie im kleinen Ratssaal beginne erst mit seinem Nachfolger Max Schmidt, ergänzt Bürgermeister Fred Jüngerich. Damit besitzt das Erinnerungsbild einen besonderen historischen Wert, da es die einzige bekannte bildliche Erinnerung an das Umfeld von Bürgermeister Weber darstellt.
Nach Angaben des Kreisarchivars gelangte das Werk bereits vor langer Zeit in den Bestand des Kreismuseums und befand sich dort über viele Jahrzehnte. Versuche, Nachfahren von Michael Weber ausfindig zu machen, blieben bislang ohne Erfolg.
Allerdings befand sich das Passepartout in einem schlechten Erhaltungszustand. Sowohl die Rahmung als auch die einzelnen Fotografien wiesen erhebliche Beschädigungen und Kratzer auf. Deshalb wurde eine fachgerechte Restaurierung bei dem Restaurierungsatelier CONSERVATION POOL – Restaurierungsatelier & -büro von Dipl.-Restauratorin (FH) Esther Nickel in Auftrag gegeben. Durch die aufwendigen Arbeiten konnte das historische Erinnerungsstück wieder in einen ansprechenden Zustand versetzt und dauerhaft gesichert werden.
Michael Weber verließ Altenkirchen nach dem Ende seiner Amtszeit und übernahm anschließend das Bürgermeisteramt in der Stadt Traben-Trarbach. Er verstarb im Jahr 1915 in Bonn.
Bürgermeister Fred Jüngerich zeigte sich erfreut über die Rückkehr des restaurierten Bildes: „Das Bild wird einen besonderen Platz in unserem Ratssaal finden. Es erinnert an einen prägenden Bürgermeister und an wichtige Kapitel der Stadtgeschichte, die auch heute noch sichtbar sind.“ Foto: Diana Alhäuser





















