Sturmwochenende im Westerwald: Bäume auf der B8, Stromausfälle und zwei Schwerverletzte

Die Sturmtiefs „Luise“ und „Manja“ haben am Wochenende für kräftigen Wind im Westerwald und den angrenzenden Regionen gesorgt. Auf der B8 wurden mehrfach umgestürzte Bäume gemeldet. In Bad Ems beschädigte ein entwurzelter Baum mehrere Häuser, in Nastätten wurden bei einem Unglück auf dem Oktobermarkt zwei Menschen schwer verletzt.

WESTERWALD / KREIS ALTENKIRCHEN. Umgestürzte Bäume, beschädigte Häuser und zeitweise Stromausfälle: Das stürmische Wochenende vom 23. bis 25. Oktober 2026 hat in der Region Spuren hinterlassen. Auch auf der Bundesstraße 8 kam es zu Verkehrsbehinderungen. Besonders schwere Folgen hatten die Windböen im Rhein-Lahn-Kreis.

Gleich zwei Sturmtiefs bestimmten das Wetter: Am Freitag zog „Luise“ über Deutschland, am Wochenende folgte „Manja“.

B8 bei Rettersen: Bäume blockieren die Fahrbahn

Auf der B8 zwischen Rettersen und der Limbacher Straße wurden am frühen Sonntagmorgen, 25. Oktober, mehrere umgestürzte Bäume gemeldet.

Die um 4.58 Uhr veröffentlichte Verkehrsmeldung wies darauf hin, dass die Fahrbahn in beiden Richtungen blockiert war.

Die Bundesstraße gehört zu den wichtigen Verkehrsverbindungen zwischen dem Raum Altenkirchen und Hennef. Eine Sperrung kann deshalb auch Autofahrer betreffen, die über die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld unterwegs sind.

Ob die Bäume inzwischen vollständig beseitigt wurden, geht aus der ursprünglichen Meldung nicht hervor. Verkehrsteilnehmer sollten sich über den aktuellen Straßenzustand informieren.

Auch bei Buchholz lag ein Baum auf der B8

Bereits am Freitagnachmittag, 23. Oktober, war auf der B8 ein umgestürzter Baum gemeldet worden.

Betroffen war gegen 17.06 Uhr der Abschnitt zwischen dem Abzweig nach Mendt und Vierwinden bei Buchholz im Landkreis Neuwied. Laut Verkehrsmeldung bestand dort in beiden Fahrtrichtungen eine Gefahrenstelle.

Ob die Straße zwischenzeitlich vollständig gesperrt werden musste, ist aus der Meldung nicht ersichtlich.

Gerade auf Strecken durch Waldgebiete können umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste bei starkem Wind zur Gefahr für Autofahrer werden.

Bad Ems: Baum beschädigt Häuser und Stromleitung

Erhebliche Schäden entstanden in der Nacht zum Samstag auch in Bad Ems im Rhein-Lahn-Kreis.

Im Schlesierweg wurde ein Baum durch starke Windböen entwurzelt. Er fiel auf eine Stromfreileitung und beschädigte unter anderem das Dach eines Wohnhauses im Sudetenweg. Auch weitere Gebäude in der Nachbarschaft wurden durch die betroffene Leitung in Mitleidenschaft gezogen.

Nach späteren Angaben waren zeitweise 18 Wohnhäuser ohne Strom. In den meisten Gebäuden konnte die Versorgung wiederhergestellt werden. Bei einem Haus musste zunächst ein beschädigter Strommast erneuert werden.

Die Feuerwehr Bad Ems und der Energieversorger Syna waren im Einsatz. Zur Höhe des Sachschadens lagen zunächst keine Angaben vor. Verletzt wurde nach Mitteilung der Polizei niemand.

Oktobermarkt in Nastätten: Zwei Besucher schwer verletzt

Besonders schwere Folgen hatte ein Unglück am Freitagnachmittag auf dem Oktobermarkt in Nastätten.

Gegen 16.30 Uhr stürzte dort eine Metalltraverse um, die über einem Zugangsweg zwischen der Römerstraße und dem Zentralplatz aufgebaut war. An der Konstruktion war ein Banner befestigt.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizei könnte eine starke Windböe den Einsturz verursacht haben.

Zwei Marktbesucher wurden von der Konstruktion getroffen. Ein 58-jähriger Mann erlitt schwere Verletzungen. Ein 72-Jähriger wurde schwerstverletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei bezeichnete seinen Zustand als kritisch.

In einer Nachtragsmeldung vom Samstagmorgen teilte das Polizeipräsidium Koblenz mit, dass sich der Gesundheitszustand der beiden Männer nach den vorliegenden Informationen nicht verändert habe.

Die Kriminalpolizei ermittelt zur genauen Unfallursache. Die Metalltraverse wurde als Beweismittel sichergestellt.

Der Oktobermarkt wurde am Freitagabend vorzeitig beendet. Am Samstag wurde die Veranstaltung fortgesetzt.

Erst „Luise“, dann „Manja“: Zwei Sturmtiefs ziehen über die Region

Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits vor dem Wochenende vor kräftigen Windböen gewarnt.

Das erste Sturmtief trug den von der Freien Universität Berlin vergebenen Namen „Luise“ und wurde international als „Austen“ bezeichnet. Das nachfolgende Tief heißt „Manja“, international „Boelo“.

Für den Landkreis Altenkirchen galt am Freitag zwischen 15 und 22 Uhr eine amtliche Sturmwarnung. Erwartet wurden Windgeschwindigkeiten von 60 bis 75 Kilometern pro Stunde. In Schauernähe und besonders windanfälligen Lagen waren Böen bis zu 85 Kilometern pro Stunde möglich.

Dabei handelte es sich um vorhergesagte Werte. Konkrete Windmessungen aus dem Kreis Altenkirchen liegen diesen Angaben nicht zugrunde.

Vorsicht vor beschädigten Bäumen und losen Ästen

Auch nach dem Abklingen des Sturms können angebrochene Äste und beschädigte Bäume gefährlich werden. Das gilt besonders auf Waldwegen, an Straßen mit dichtem Baumbestand und unter größeren Bäumen.

Wer auffällige Schäden entdeckt, sollte Abstand halten und die zuständigen Stellen informieren. Lose Gegenstände auf Grundstücken und an Gebäuden sollten gesichert werden, sofern dies gefahrlos möglich ist.


Quellen: Deutscher Wetterdienst, Polizeipräsidium Koblenz, Polizeidirektion Montabaur sowie Verkehrsmeldungen von SWR3 und Verkehrslage.de.

Redaktion Bürgerkurier – Stand: 25. Oktober 2026.

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