„Siegtal pur“ fällt 2027 aus – Bahnsperrung stoppt beliebten Radfahrsonntag
Kreis Altenkirchen. Tausende Radfahrer, gesperrte Straßen und Vereine, die entlang der Sieg für Verpflegung und Unterhaltung sorgen: Der autofreie Sonntag „Siegtal pur“ gehört seit Jahren fest zum Veranstaltungskalender der Region. Doch am 4. Juli 2027 wird es das gewohnte Treiben nicht geben. Eine monatelange Sperrung der Siegstrecke zwingt die Veranstalter zur Absage. Für zahlreiche Vereine im Kreis Altenkirchen bedeutet das auch den Wegfall wichtiger Einnahmen.

Dass ausgerechnet eine Bahnsperrung einen Radfahrsonntag verhindert, mag zunächst überraschen. Tatsächlich ist der Bahnverkehr aber ein wesentlicher Bestandteil des Veranstaltungskonzepts. Viele Teilnehmer nutzen die Züge, um zum Startpunkt ihrer Tour zu gelangen oder nach einer längeren Fahrt wieder zurückzukehren. Dafür werden normalerweise sogar zusätzliche Sonderzüge eingesetzt.
Hinzu kommt: Auch Anwohner, die wegen der Straßensperrungen nicht mit dem Auto unterwegs sein können, sind an diesem Tag auf die Bahn angewiesen.
Bahnstrecke bleibt bis Juli 2027 gesperrt
Die Deutsche Bahn plant umfangreiche Sanierungsarbeiten zwischen Troisdorf und Siegen. Dafür soll die Strecke vom 13. Dezember 2026 bis zum 9. Juli 2027 vollständig gesperrt werden. Während dieser Zeit ist ein Ersatzverkehr mit Bussen vorgesehen.
Der geplante Termin für „Siegtal pur“ am 4. Juli liegt damit nur wenige Tage vor dem angekündigten Ende der Sperrung.
Die Kreisverwaltung Altenkirchen stand nach eigenen Angaben bis zuletzt in engem Kontakt mit der Bahn. Noch in der vergangenen Woche sei schriftlich bestätigt worden, dass die Züge nicht früher wieder fahren werden.
Die Verantwortlichen der drei beteiligten Landkreise Altenkirchen, Rhein-Sieg und Siegen-Wittgenstein entschieden sich deshalb gemeinsam für die Absage.
Vereine verlieren wichtige Einnahmen
Besonders bitter ist die Entscheidung für die vielen ehrenamtlichen Helfer entlang der Strecke. Zwischen Etzbach und Niederschelderhütte beteiligen sich zahlreiche Vereine und Initiativen an der Veranstaltung. Sie organisieren Verpflegungsstände, schaffen Rastmöglichkeiten und tragen wesentlich zur besonderen Atmosphäre des Tages bei.
Für manche Vereine ist „Siegtal pur“ zudem eine wichtige Einnahmequelle, insbesondere zur Finanzierung ihrer Jugendarbeit.
Altenkirchens Landrat Dr. Peter Enders betont, dass die Entscheidung niemandem leichtgefallen sei. Man wisse um das große Engagement der Vereine und habe deshalb bis zuletzt auf ein früheres Ende der Bahnsanierung gehofft.
„Letztlich aber gibt es zur gemeinsamen Absage keine Alternative – umso mehr freuen wir uns auf Siegtal pur 2028“, erklärt Enders.
Wiedersehen im Jahr 2028
Für Radfahrer und Ausflügler bleibt damit 2027 eine Lücke im Veranstaltungskalender. Statt des gewohnten autofreien Sonntags entlang der Sieg müssen sie sich ein weiteres Jahr gedulden.
Die Veranstalter blicken bereits auf 2028. Dann soll „Siegtal pur“ wieder stattfinden und die Straßen entlang des Flusses erneut den Radfahrern, Inline-Skatern und Fußgängern gehören.
Quelle: Kreisverwaltung Altenkirchen, Pressemitteilung vom 26. Oktober 2026.
















