Sieben Monate Bahnsperrung: Das kommt auf Pendler im Kreis Altenkirchen zu

Kreis Altenkirchen. Morgens in Wissen oder Betzdorf in den Rhein-Sieg-Express steigen und nach Köln fahren: Ab dem 13. Dezember 2026 ist das für fast sieben Monate nicht mehr möglich. Die Deutsche Bahn sperrt die Siegstrecke zwischen Hennef und Siegen bis zum 9. Juli 2027. Auch Fahrgäste aus Altenkirchen, die über Au ins Rheinland pendeln, müssen umplanen.

Während der Sperrung werden Gleise, Weichen und Brücken erneuert. Zudem stehen Arbeiten an mehreren Bahnhöfen an. Ein Teil der Baustellen liegt direkt im Kreis Altenkirchen.

Welche Züge fahren noch?

Besonders betroffen ist der RE 9. Der Rhein-Sieg-Express verbindet normalerweise Siegen über Kirchen, Betzdorf und Wissen mit Köln und Aachen. Während der Bauarbeiten entfallen die Fahrten montags bis samstags zwischen Siegen und Köln Messe/Deutz. Sonntags ist grundsätzlich der Abschnitt zwischen Siegen und Hennef betroffen.

Auch die S-Bahn-Linien S 12 und S 19 fahren zwischen Au und Hennef nicht. Wer aus Altenkirchen mit der RB 90 nach Au kommt, kann dort deshalb nicht wie gewohnt in Richtung Köln umsteigen.

Die RB 90 soll weiterhin zwischen Altenkirchen und Au verkehren. In Betzdorf bleiben die Linien RB 96 und RB 97 erreichbar.

Für die ausfallenden Züge sind Ersatzbusse vorgesehen. Zusätzlich sollen zu den Hauptverkehrszeiten Expressbusse fahren. Geplant ist unter anderem eine Verbindung aus dem Raum Altenkirchen nach Hennef.

Wie viel länger die Fahrt nach Köln dauern wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Die vollständigen Ersatzfahrpläne mit Haltestellen und Abfahrtszeiten sind noch nicht veröffentlicht.

An einzelnen Tagen wird die Strecke auch bis Siegburg/Bonn gesperrt, unter anderem vom 18. bis 21. Dezember. Vom 8. bis 26. Juni 2027 soll die Sperrung bis Troisdorf ausgeweitet werden.

Wo im Kreis Altenkirchen gebaut wird

Zwischen Niederhövels und Wissen sowie zwischen Scheuerfeld und Niederhövels werden Gleise und Weichen erneuert. Auch im Bereich Betzdorf sind Gleisarbeiten vorgesehen.

Bei Au wird die Eisenbahnbrücke über die Bogenstraße ersetzt. Neue Straßenüberführungen sind an den Feldwegen bei Durwittgen und Freusburg geplant.

An den Bahnübergängen Bahnhofstraße in Scheuerfeld, Molzbergstraße in Betzdorf und Charlottenhütte bei Niederschelderhütte sind vorbereitende Arbeiten vorgesehen.

Die Bahnhöfe Betzdorf und Brachbach werden weiter modernisiert. Im Bahnhof Au steht außerdem die Erneuerung eines Gleises an.

Auf der gesamten Siegstrecke sollen rund 24 Kilometer Gleise und 16 Weichen erneuert oder modernisiert werden. Die Bahn bündelt die Arbeiten, um weitere Sperrungen für einzelne Bauprojekte möglichst zu vermeiden.

Warum der zweigleisige Ausbau ausbleibt

Die eingleisigen Streckenabschnitte zwischen Blankenberg und Merten sowie zwischen Schladern und Rosbach werden während der Sanierung nicht zweigleisig ausgebaut.

Beide Vorhaben sind zwar im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt. Nach Angaben von SPNV-Nord und go.Rheinland fehlt der Deutschen Bahn bislang aber der notwendige Planungsauftrag des Bundes.

Die Engstellen bleiben damit auch nach der Wiedereröffnung bestehen.

Auch „Siegtal pur“ betroffen

Die Bahnsperrung hat bereits zur Absage des Radfahrsonntags „Siegtal pur“ am 4. Juli 2027 geführt. Die beteiligten Landkreise begründen die Entscheidung damit, dass die Bahn für die An- und Abreise vieler Teilnehmer benötigt wird und während der Sperrung nicht zur Verfügung steht.

Über die Hintergründe und Folgen für die Vereine hat der Bürgerkurier bereits berichtet: „Siegtal pur“ fällt 2027 aus – Bahnsperrung stoppt beliebten Radfahrsonntag.

2028 soll die Veranstaltung zurückkehren.

Aktuelle Informationen zu den Bauarbeiten und Sperrzeiten veröffentlicht die Deutsche Bahn auf ihrer Projektseite zur Siegstrecke.

Quellen und Bildnachweis

Deutsche Bahn, go.Rheinland, SPNV-Nord, Kreisverwaltung Altenkirchen. Bildnachweis Beitragsbild: MattesKoeln / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (Bild zugeschnitten).

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