RHEINLAND-PFALZ – Zweite Tarifverhandlung im Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz

RHEINLAND-PFALZ – Zweite Tarifverhandlung im Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz – Beschäftigte erwarten endlich ein verhandlungsfähiges Angebot

Vor der zweiten Tarifverhandlung im Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz am 13. Mai 2026 erwartet die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) von den Arbeitgebern endlich ein ernsthaftes und verhandlungsfähiges Angebot. Nach dem ergebnislosen Auftakt Ende April ist aus Sicht der Gewerkschaft ver.di klar, dass die Beschäftigten eine spürbare Verbesserung ihrer Einkommen brauchen.

In der ersten Verhandlungsrunde am 28. April 2026 hatten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Erstmals wurde am 11. Mai 2026 in der regionalen Tarifrunde in Hamburg ein Vorschlag präsentiert. Dieser sieht bei einer Laufzeit von 24 Monaten zunächst sechs Nullmonate, ab dem 1. November 2026 eine Erhöhung um 2 Prozent und nach weiteren drei Nullmonaten nochmals 1,5 Prozent vor. Die Ausbildungsvergütungen sollen analog steigen.

ver.di bewertet diesen Vorschlag als völlig unzureichend. Angesichts der hohen Belastungen im Handel, der anhaltenden Preissteigerungen und der wirtschaftlichen Entwicklung in der Branche ist das kein Angebot, das die Leistung der Beschäftigten angemessen anerkennt.

„Viele Beschäftigte haben längst das Gefühl, dass von ihnen immer mehr erwartet wird, beim Einkommen aber auf der Bremse gestanden wird. Genau dieses Missverhältnis liegt jetzt auf dem Tisch“, erklärt Monika Di Silvestre, ver.di-Landesfachbereichsleiterin und Verhandlungsführerin für den Einzel- und Versandhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Wie unzureichend das bislang bekannte Angebot aus Hamburg ist, zeigt das Rechenbeispiel einer Verkäuferin in Rheinland-Pfalz: Bei einem derzeitigen Bruttogehalt von 3.219 Euro bliebe unter Einberechnung der Nullmonate am Ende der 24-monatigen Laufzeit lediglich eine tatsächliche Erhöhung von insgesamt 15,63 Euro. Das entspricht gerade einmal 0,48 Prozent und kann die Inflation nicht ansatzweise ausgleichen. Für die Beschäftigten würde dieses Angebot somit einen faktischen Reallohnverlust bedeuten.

ver.di fordert weiterhin: 225 Euro mehr Lohn und Gehalt pro Monat. 150 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Ausbildungsjahr, eine Laufzeit von 12 Monaten. Die Beschäftigten erwarten, dass die Arbeitgeberseite in der morgigen Verhandlung ihrer Verantwortung gerecht wird und ein Angebot vorlegt, das diesen Anforderungen entspricht und echte Wertschätzung zeigt.

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