REMAGEN – Mehr Mädchen für MINT begeistern – Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler besucht Ada-Lovelace-Projekt am Campus Remagen
REMAGEN – Mehr Mädchen für MINT begeistern – Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler besucht Ada-Lovelace-Projekt am Campus Remagen – Sommerreise der Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz führt zum rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrum für Frauen in MINT an der Hochschule Koblenz
Wie lassen sich mehr Mädchen und junge Frauen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) begeistern? Antworten auf diese Frage erhielt Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei ihrem Besuch des Ada-Lovelace-Projekts (ALP) am Campus Remagen der Hochschule Koblenz. Im Rahmen ihrer Sommerreise informierte sie sich über die Arbeit des rheinland-pfälzischen Kompetenzzentrums für Frauen in MINT und besuchte den Ferienkurs „VR Girls Create & Escape“. Dort entwickelten und programmierten Schülerinnen im Alter von 11 bis 18 Jahren eigene virtuelle Escape Rooms.
Die Ministerin nahm sich Zeit für Gespräche mit den Schülerinnen und Mentorinnen, beobachtete den Workshop und testete selbst einen von den Teilnehmerinnen entwickelten Escape Room, der mithilfe einer VR-Brille erlebbar gemacht wurde.
In ihrem Grußwort stellte sie klar: „Wir brauchen Menschen, die mit Leidenschaft MINT-Fächern nachgehen, in ihnen lernen, forschen, lehren und entwickeln. Kurz gesagt: Wir brauchen viel mehr Mädchen und Frauen in MINT!“
Der Besuch verdeutlichte, wie frühzeitige Förderung, praktische Erfahrungen und weibliche Vorbilder dazu beitragen können, mehr junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Bildungs- und Berufswege zu gewinnen. „Angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs in vielen MINT-Berufen haben solche Angebote eine hohe gesellschaftliche Bedeutung“, betonte Hochschulpräsident Prof. Dr. Karl Stoffel.
Während ihres Besuchs erhielt die Ministerin zudem Einblicke in mehrere Forschungslabore des Campus Remagen, die regelmäßig in die Arbeit des Ada-Lovelace-Projekts eingebunden werden. Im Medizintechnik-Labor zeigte ALP-Mentorin Annika Schlag den Schülerinnen, wie sich Vitalparameter messen lassen. Im Wearable-Labor von Prof. Dr. Lukas Scheef wurden innovative Methoden der Körperdatenerhebung vorgestellt, darunter Mikronadel-Systeme für medizinische Anwendungen. Dort forscht mit der Promovierenden Melina Schmitz auch eine ehemalige ALP-Mentorin. Ergänzt wurde der Rundgang durch Einblicke in die Forschung zur KI-basierten Ganganalyse.
Seit fast drei Jahrzehnten zählt das Ada-Lovelace-Projekt zu den erfolgreichsten Initiativen zur Förderung von Mädchen und Frauen in MINT-Fächern in Rheinland-Pfalz. Als landesweites Kompetenzzentrum für Frauen in MINT ist es an Hochschulstandorten im gesamten Land vertreten. Allein 2025 wurden über 3.000 Schülerinnen mit Workshops, Projekttagen, Ferienkursen und Schulkooperationen erreicht. Begleitet werden die Teilnehmerinnen von Mentorinnen, die selbst MINT-Fächer studieren und als authentische Vorbilder wirken.
Prof. Dr. Babette Dellen, Projektverantwortliche am Campus Remagen, betont die gesellschaftliche Bedeutung dieser Arbeit: „Das Ada-Lovelace-Projekt erreicht junge Frauen genau dann, wenn Weichen gestellt werden – in der Schule, bei der Berufsorientierung, beim Blick auf die eigene Zukunft. Wir zeigen ihnen, dass MINT-Fächer und Berufe ein Ort für sie sind – und dass sie dort gebraucht werden. Wenn Schülerinnen hier im Labor stehen und selbst messen, programmieren und ausprobieren, verändert das ihren Blick auf Technik und Wissenschaft. Genau das wollen wir erreichen.“
Für Christiana Hoerster, Leiterin des ALP am Campus Remagen, liegt eine besondere Stärke des Programms in den studentischen Mentorinnen: „Unsere Mentorinnen studieren MINT-Fächer genau hier an diesem Campus und arbeiten auch als studentische Hilfskräfte in unseren Laboren. Für die Schülerinnen sind sie keine fernen Vorbilder, sondern junge Frauen, die ihren Weg in MINT gerade gehen – und genau das macht sie so glaubwürdig.“
Die wissenschaftliche Leitung des Projekts, Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl von der Universität Koblenz, verweist auf die positiven Effekte solcher Vorbilder: „Aus der Forschung wissen wir, dass die Begegnung mit weiblichen Vorbildern die MINT-Aspirationen von Mädchen messbar erhöhen kann – besonders dann, wenn diese Vorbilder als relevant und erreichbar wahrgenommen werden. Das Ada-Lovelace-Projekt setzt genau hier an.“
Wie nachhaltig die Wirkung sein kann, zeigt das Beispiel von Katharina-Maria Günther. Die heutige Mentorin und Mitentwicklerin des Ferienkurses nahm selbst als Schülerin an Angeboten in Remagen teil: „Es macht mir riesigen Spaß, die Begeisterung der Mädchen für das Programmieren zu wecken. Da ich früher selbst als Schülerin an Kursen in Remagen teilgenommen habe, weiß ich, wie viel Selbstvertrauen diese Erfahrung schenkt. Diesen Aha-Effekt heute als Mentorin zu begleiten, ist das Schönste an meiner Arbeit.“
Das Ada-Lovelace-Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+), das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit sowie das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz gefördert. Foto: (Hochschule Koblenz, Susanne Dröppelmann).

Foto: v.l. Prof. Dr. Martina Brück (Prodekanin des FB MIT, ehemalige ALP-Projektverantwortliche in Remagen), Christiana Hoerster (Projektleitung ALP Remagen), ALP-Mentorin Adriana Bethke, ALP-Mentorin Lea Poweleit, Ilona von Oppeln (Projektleitung ALP Höhr-Grenzhausen/Koblenz), ALP-Mentorin Katharina Maria Günther, Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der HS, ALP-Mentorin Masa Zein, Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (MASFFJ RLP), Prof. Dr. Babette Dellen (Projektverantwortliche ALP Remagen), Susanne Müller (MdL RLP), Prof.Dr. Claudia Quaiser-Pohl (Wissenschaftliche Leitung des ALP), Annika Werger (Wissenschaftl. Mitarbeiterin der zentralen Koordinierungsstelle des ALP)





















