MAINZ – Glanz auf der Leinwand, Druck und Niedriglohn im Betrieb: Warnstreik Cinestar Mainz am 10. April

MAINZ – Glanz auf der Leinwand, Druck und Niedriglohn im Betrieb: Warnstreik Cinestar Mainz am 10. April

Trotz steigender Ticketpreise, hoher Investitionen und einer wirtschaftlichen Erholung der Kinos will CineStar seine Beschäftigten weiter mit Löhnen knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn abspeisen. Deshalb ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Beschäftigten im CineStar Mainz für Freitag, 10. April, zum Warnstreik auf. Darüber hinaus wird eine Delegation von Kolleginnen und Kollegen aus Mainz am Wochenende die Streiks in Bonn und Saarbrücken solidarisch vor Ort unterstützen. Vor dem nächsten Verhandlungstermin am 14. April in Hamburg erhöhen die Beschäftigten damit den Druck auf den Arbeitgeber.

Hintergrund ist der bislang unzureichende Verhandlungsstand. In der Tarifverhandlung am 31. März 2026 legten die Arbeitgeber zwar ein neues Angebot vor. Dieses sieht jedoch ab dem 1. April 2026 lediglich einen Einstiegslohn von 14,40 Euro vor. Ab dem 1. Januar 2027 soll dieser auf 14,80 Euro steigen, ab Oktober 2027 auf 15,00 Euro. Für langjährig Beschäftigte fällt das Angebot ebenfalls enttäuschend aus. Nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit sollen es nur 20 Cent mehr als zum Einstieg sein, nach 25 Jahren lediglich 35 Cent. Hinzu kommt eine Laufzeit bis Ende März 2028. ver.di bewertet dieses Angebot deshalb weiterhin als unzureichend.

„Die Beschäftigten haben mit ihren Streiks bereits gezeigt, dass sie kampfbereit sind, und genau dieser Druck hat die Arbeitgeber überhaupt erst zu einem neuen Angebot bewegt. Aber dieses Angebot reicht vorne und hinten nicht. Wer ernsthaft meint, Kinoarbeit mit einem Lohn knapp über Mindestlohn abspeisen zu können, hat die Realität der Beschäftigten nicht verstanden“, sagt Ferhat Altan, zuständiger Gewerkschaftssekretär bei ver.di.

ver.di fordert für die Beschäftigten bei CineStar 16 Euro Einstiegslohn sowie eine deutliche Lohnerhöhung für langjährig Beschäftigte. Gerade deren Erfahrung sei unverzichtbar für den Betriebsablauf. Dass Beschäftigte nach vielen Jahren im Unternehmen nur wenige Cent mehr erhalten sollen, sei ein Ausdruck fehlender Wertschätzung und verschärfe das Risiko von Altersarmut.

Mit dem Warnstreik in Mainz und der solidarischen Unterstützung der Streiks in Bonn und Saarbrücken machen die Beschäftigten deutlich, dass sie vor der nächsten Verhandlungsrunde nicht nachlassen werden. ver.di erwartet von CineStar am 14. April in Hamburg ein deutlich verbessertes Angebot.

Während der Dauer des Warnstreiks ist mit erheblichen Verzögerungen im Betriebsablauf zu rechnen.

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