KREISGEBIET – Wie sieht es in der Gastronomie im Umkreis aus?

KREISGEBIET – Wie sieht es in der Gastronomie im Umkreis aus?

Wie sieht es in der Gastronomie in unserem Umkreis aus? Dieser spannenden Frage gingen wir in einigen Gesprächen vor Ort nach und kommen zu dem übereinstimmenden Entschluss, dass dies gelinde gesagt, sehr bescheiden ist.

Zwar rühmt sich die noch bestehende Regierung, dass in diesem Jahr die Mehrwertsteuer für das Essen auf sieben Prozent gesenkt wurde, aber auf Getränke ist sie bei 19 Prozent geblieben. Die Ermäßigung der Mehrwertsteuer bringt unter dem Strich kaum etwas, weil sämtliche Kosten gestiegen sind.

Was sind die höchsten Kosten für ein Restaurant überhaupt? Das sind die Bruttolöhne zuzüglich Arbeitgeberanteile, die Energiekosten sowie Wareneinsatz. Steigende Getränkepreise, zum Beispiel Coca Cola sowie Bier um 40 Prozent, machen es den Gastromen zusätzlich schwer. Hinzu kommt die Herausforderung, dass das Gästeverhalten sich dahingehend verändert hat, dass sie in den frühen Abendstunden kommen und dementsprechend früh gehen, so dass das Lokal oftmals gegen 20:30 Uhr bereits leer ist, unabhängig davon, ob es mitten in der Woche ist oder am Wochenende.

Die Gastronomie hat den Eindruck, dass sie ständig Neuheiten präsentieren muss, was aber im Endeffekt nichts bringt. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, so ein Beobachter, und zwar da, wo die Jugend angesprochen wird. Hier geht es aber meist um Getränke, was letztlich den Jugendlichen und Heranwachsenden besser passt. Gegessen wird dann meist zu Hause.

Gutes Essen hat nunmal seinen Preis, aber gerade das können sich viele Menschen kaum noch leisten. Vielleicht einmal in der Woche, wenn überhaupt. Die allgemeine Stimmung sei grottenschlecht, so ein weiterer Kreisstädter, den wir nach seiner Meinung befragten.

„Wir stürzen von einer Katastrophe in die nächste“, so der Originalton eines Gastronomen, der seit über 20 Jahren sein Geschäft in Altenkirchen führt. Als hätte die Pandemie nicht schon genug Unheil angerichtet. Corona, Ukrainekrieg, die steigenden Arbeitskosten, die sich seit 2022 um 35 Prozent erhöht haben und weiter steigen, sind eine zusätzliche Belastung für das gesamte Gewerbe.

Was war in der Gastronomie während Corona? Ein Beteiligter musste ein Luftreinigungssystem kaufen, das 10.000 Euro kostete und nach wie vor an der Decke hängt. Es wurde nie genutzt, und trotzdem musste das Haus 10 Monate geschlossen bleiben. Das Gerät wird demnächst im Elektroschrott landen.

Aufgeben sei keine Option, so ein weiterer Inhaber eines Wirtshauses, aber er überlegt, neben dem üblichen Ruhetag einen weiteren Tag zu schließen. Schließungen von gastronomischen Einrichtungen sind nahezu an der Tagesordnung. Wo soll das noch hinführen? (Werner Klak) Foto: Klak

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