KREISGEBIET – Was hat die Pharmaindustrie mit uns vor und wie sieht die Stimmung in unserem Land aus?
KREISGEBIET – Was hat die Pharmaindustrie mit uns vor und wie sieht die Stimmung in unserem Land aus?
Die Pharmaindustrie macht in Rheinland-Pfalz rund 4,6 Milliarden Euro Umsatz. Es gibt über den Gewinn keine öffentlichen Zahlen, aber die Branche ist hoch profitabel. Die 111 größten Betriebe mit über 11.000 Beschäftigten erwirtschaften, was? Geld, natürlich geht es um Geld in diesem Konsortium, nicht um die Gesundheit der Menschen. Der Sektor wird stark von wenigen international agierenden Spitzenreitern geprägt. Boehringer Ingelheim ist der größte Konzern im Bundesland.
In der Pharmaindustrie gab es historisch bedeutende Fälle von kriminellem Fehlverhalten, die von der Fälschung wissenschaftlicher Daten bis hin zur aggressiven Vermarktung süchtig machender Medikamente reichen. Kritiker, wie der Medizinprofessor Peter Gotzsche, vergleichen die Methoden mancher Konzerne sogar mit denen der organisierten Kriminalität. Purdue Pharma und Familie Sackler sind maßgeblich für die Epikrise, auch die Opioid-Krise genannt, in den USA verantwortlich. Durch die aggressive und irreführende Vermarktung des Schmerzmittels OxyContin wurden hunderttausende Menschen abhängig. Weitere Beispiele folgen: Kinder, denen früher in sogenannten Kinderkrankenhäusern ein Medikament verabreicht wurde, das sie beruhigen sollten, bekamen ADHS. Ärzte wurden dafür bestraft, wenn sie es verordneten, aber die Pharmaindustrie verkaufte es weiter unter anderem Namen mit den gleichen Wirkstoffen.
Es wurden bereits Kliniken geschlossen, die verbotene Medikamente, wie zum Beispiel Valium verabreicht haben, aber später wurde dieses Präparat unter anderem Namen weiterverkauft. Es gab eine Patientin aus unserem Kreis, ihr wurde bei einer Krebs-Chemo gleichzeitig Valium verabreicht, so dass sie Halluzinationen bekam und Wissen zur Entgiftung musste. Ihr Ehemann hat diese Verlegung aus dem Krankenhaus im Umkreis nur mit größten Anstrengungen erreichen können. Der entsprechende Arzt praktiziert nicht mehr in unserem Umland, aber es sind Tatsachen aus dem praktischen Leben, die die Existenzen von Menschen gefährden. Wahrscheinlich praktiziert er in einem anderen Krankenhaus, so ein Beobachter der Szene.
Ein anderer Fall ist aus derselben Familie bekannt: Die Mutter starb 2018 mit 84 Jahren Diagnose Demenz in einem Pflegeheim, das zu den schlechtesten in unserem Umkreis zählt und ständig Pflegekräfte sucht. Eines Tages bekam ihr Sohn einen Anruf, dass er schnell nach Betzdorf kommen sollte, weil es der Mutter nicht gut ging. Warum? Sie bekam ein Medikament „zur Beruhigung“, das rund 650 Euro in nur sechs Wochen kostete. Die private Krankenkasse des Beamten Ehepaares wollte eines Tages nicht mehr zahlen.
Machen wir eine andere Rechnung auf: Im Durchschnitt beträgt der Nettoverdienst eines Alleinverdieners 1500 Euro. Die Krankenkasse kassiert rund 135 Euro, Warmmiete im Durchschnitt 700 Euro, Strom-Telekommunikation rund 200 Euro, Auto inklusive Sprit rund 250 Euro monatlich, sonstige Versicherungen rund 50 Euro monatlich plus Kindergeld 259 Euro, bleiben unterm Strich 424 Euro. Einwanderer kassieren deutlich höhere Summen und gehen schwarz arbeiten. „Wann verstehen wir, wo der Frust der Menschen am größten ist?“, fragte ein 50-jähriger Bewohner des Kreises, der wahrscheinlich für viele spricht, die sich in der Öffentlichkeit nicht trauen, den Mund aufzumachen und sowieso nichts ändern können.
Wie sieht es im benachbarten Frankreich aus? Ähnlich wie in den USA sind die Menschen hier nicht „gesetzlich“ krankenversichert. In Deutschland beträgt der Höchstsatz bei maximalem Einkommen 1261 Euro. Das durchschnittliche Jahreseinkommen der Topverdiener liegt bei 300.000 bis 360.000 Euro im Jahr, also 25.000 bis 30.000 Euro. Das sind ein Prozent der Bevölkerung, aber die zahlen mindestens fünf Prozent für die Krankenkasse, die sie wahrscheinlich eh kaum in Anspruch nehmen.
Zum Thema Krebs ist seit 1997 bekannt, dass Methadon ein probates Präparat ist, das Krebszellen abtötet. Warum darf es in Altenkirchen nur einen Arzt mit einer besonderen Lizenz verschreiben? Weil es nur kleines Geld kostet. Veröffentlichungen auf youtube unter dem Stichwort Methadon zeigen, wie wertvoll dieses Medikament ist, das in der Apotheke erhältlich ist und nach Rezept vom Arzt Michael Saueressig verschrieben werden darf, der mit der Praxis Teuta Gjocaj, Fachärztin für Allgemeinmedizin zusammenarbeitet? Alles Fragen, die uns aufhorchen lassen und dieser gigantischen Industrie Pharma Einhalt gebieten sollte und uns wachrütteln müsste. Nichts gegen die Ärzte, die ehrlich Tag für Tag ihre Arbeit machen und mit kleinen Rechnungen ehrlich die Patienten behandeln. Aber es sollte sehr bald eine politische Richtung in unserem Land herbeigeführt werden, die geordnete Bahnen einführt, dass es der Allgemeinheit besser geht, die Motivation zum Arbeiten wächst und die Stimmung besser wird. (Werner Klak)
Foto: Medikamente werden oftmals leichtfertig verschrieben, führen zu Abhängigkeiten mit fatalen Nebenwirkungen. Dahinter steht eine milliardenschwere Industrie. Foto: Werner Klak


















