HÖCHSTENBACH – Bernd Sanner, Hobbyimker mit ganzem Herzen
HÖCHSTENBACH – Bernd Sanner, Hobbyimker mit ganzem Herzen
1269 wurde Höchstenbach erstmals urkundlich erwähnt und ist somit 45 Jahre älter als die Kreisstadt Altenkirchen. Wir besuchten Bernd Sanner, einer der „Ureinwohner“, der viel über die Geschichte der 717-Seelengemeinde erzählen kann.
Bernd, ein Metzgermeister der alten Schule. „Ich habe nie etwas anderes gemacht“, so die bescheidene Aussage. Stimmt nicht. Seit über 30 Jahren ist er zudem Hobbyimker und donnerstags mit einem kleinen Stand auf dem Altenkirchener Wochenmarkt unterwegs. Sein Honig sei ein Gedicht, so die Aussage einer Kundin. Der 80-Jährige liebt es unter Menschen zu sein, ist gastfreundlich, genau wie seine Gattin Ilona. Gäste mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen zu bewirten, ist für das Ehepaar eine Selbstverständlichkeit.
Gerne erinnert sich Bernd an die 750-Jahrfeier im Ort. Es war 2019, ein Jahr bevor die Coronakrise das Land veränderte. Man könne sich nicht vorstellen, wie toll die Menschen ihre Häuser schmückten und den Ort „in einem anderen Kleid“ erstrahlen ließen, so der Metzgermeister voller Begeisterung.
Bernd besitzt eine Immobilie in Höchstenbach, Baujahr 1935, vier Jahre bevor der zweite Weltkrieg losging. „Ich habe eine Kellertür aus massivem Eisen“, so die erstaunliche Aussage. Hier habe früher ein Nationalsozialist gewohnt, der sich in diesem Keller verschanzte. Er habe daran nichts geändert. Warum auch? Die alten Zeiten sind vorbei, werden aber irgendwie wieder ein bisschen lebendig in der Vorstellungswelt, wenn man davon hört.
Was macht Bernd Sanner sonst noch?, wollte unser Mitarbeiter wissen. Er fährt mit seinem Fahrzeug hinaus in die Umgebung von Höchstenbach. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Er führt uns in mehrere Ländereien, die ihm gehören und die er für 100 Euro Pacht im Jahr an landwirtschaftliche Betriebe vermietet. Bernd ist bescheiden, hat sein Leben lang immer gearbeitet und war im Hause Hermes in Hamm an der Sieg beschäftigt, hat dort Männer zu Metzgern ausgebildet. Aus dieser Zeit weiß er über einige Anekdoten zu berichten, unter anderem über das Hobby seines Chefs Raymund, der das Ortsbild in Hamm entscheidend geprägt hat. Die Taubenzucht war neben der Liebe für den Fußballsport die große Leidenschaft des passionierten Metzgermeisters Raymund Hermes. Dieses Hobby hat Bernd übernommen. Mit einem Schmunzeln erzählt er unserem Mitarbeiter, als Raymund ihm auf einer Toilette während einer Taubenauktion in Belgien 10.000 Mark in die Hand drückte, damit er eine Taube ersteigern konnte, die Raymund gerne haben wollte. „Die kennen mich hier alle“, so die Aussage des Sponsors und Gönners. „Mach du das“. So war Raymund. Wenn es darum ging, Geschenke für eine Vereinstombola bereitzustellen, so war seine Firma immer spendabel.
Die Liebe zu den Tieren hat Bernd geprägt, und es war für ihn immer schwer, Tiere schlachten zu müssen, aber es sei Teil seines Berufes gewesen, über das er nicht gerne spricht. Viel lieber spricht er über seine Tierliebe, genau wie Ilona. (Werner Klak)

























