HAMM – Ein emotionales Wiedersehen in Hamm an der Sieg – Dr.Lilian Stern – Hirsch besucht erneut die Heimat ihrer Familie

HAMM – Ein emotionales Wiedersehen in Hamm an der Sieg – Dr.Lilian Stern – Hirsch besucht erneut die Heimat ihrer Familie

Es war ein bewegender Moment, als sich jetzt auf dem Synagogenplatz in Hamm Dr. Lilian Stern-Hirsch aus den USA und Hamms Ehrenbürger Horst Moog nach Jahren wieder in den Armen lagen. Gemeinsam mit ihrer Tochter Karen Rosen, deren Ehemann Morrie Rosen und den Enkeln Rachel und Evan war die Tochter der aus Hamm stammenden jüdischen Familie Hirsch über den großen Teich gekommen, um auf den Spuren ihrer Vorfahren zu wandeln und dabei einen alten Freund zu treffen.

Es gehört zu den größten Verdiensten des Heimatforschers Horst Moog, dass er nach dem zweiten Weltkrieg zu den jüdischen Familien, denen es gelungen war das nationalsozialistische Deutschland noch rechtzeitig zu verlassen, den Kontakt gesucht und manche Freundschaft aufgebaut hat.

Von daher freute sich Ortsbürgermeister Thomas Christmann sowohl die Delegation aus Amerika, als auch Horst Moog, an einer traditionsreichen Stätte begrüßen zu können. Ein herzliches Willkommen galt auch den Mitgliedern des Arbeitskreises „Gedenkstätte Haus David“, die derzeit dabei sind, den entscheidenden Förderantrag für die Schaffung eines jüdischen Museums beim Museumsverband Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Ortsgemeinderat vorzubereiten.

Neben dem Synagogenplatz steht bekanntlich das Haus David und direkt gegenüber war früher das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Max Hirsch – dem Großvater von Lilian Stern-Hirsch. Max Hirsch war erfolgreicher Kaufmann, langjähriger Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, Schützenkönig des Jahres 1902 und er hatte seinem Vaterland als Soldat in Metz und seiner Heimatgemeinde Hamm als Ratsmitglied gedient.

Trotzdem wurde er von den Nationalsozialisten aus Hamm vertrieben und starb im März 1939 in Köln. Sein Grab besteht noch heute auf dem Friedhof Melaten in der Domstadt. Seiner Ehefrau Laura gelang über Sevilla, Lissabon und Kuba die Flucht in die USA, wo sie wieder auf ihre Söhne und deren Familien traf. Dazu gehörte auch Erich Hirsch, der Vater von Lilian Stern-Hirsch.

Isabel Christmann hatte als Mitglied des Arbeitskreises viele Daten, Fotos und Dokumente über die Familien Hirsch zusammen getragen und traf mit ihrem Vortrag auf großes Interesse – insbesondere auch bei der jüngeren Generation. Dabei konnten die Freunde aus Amerika auch manch neues Detail beisteuern und sie versprachen, dem kommenden Museum einen umfangreichen Stammbaum der Familie zur Verfügung zu stellen.

Gemeinsam machte man sich auf den Weg der Stolpersteine in der Raiffeisengemeinde und besuchte auch das Grab des Urahns der Familie, Moses Hirsch, auf dem jüdischen Friedhof. Der ganze Tag war geprägt von großer Herzlichkeit und neue freundschaftliche Bande wurden begründet. Die Besucher waren beeindruckt vom Engagement des Arbeitskreises und zur großen Überraschung aller Mitglieder stellte Dr. Lilian Stern-Hirsch spontan einen namhaften Geldbetrag zum Aufbau der Gedenkstätte in Hamm zur Verfügung.

Ortsbürgermeister Christmann und der Arbeitskreis bedankten sich herzlich und sagten zu, das Miteinander auch in Zukunft zu pflegen, zumal Lilian Stern-Hirsch und ihre Kinder eine freundliche Einladung in die USA aussprachen. Die Ortsgemeinde Hamm und der Arbeitskreis möchten zum achtzigsten Jahrestag der Reichspogromnacht im November 2028 mit der Gedenkstätte Haus David für die Schulen und alle Bürgerinnen und Bürger einen Platz der Erinnerung an die jüdische Geschichte von Hamm und der Region schaffen, nicht zuletzt auch um auf dieser Grundlage die Kontakte zu den Freunden in Amerika, England und anderen Ländern auszubauen.

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