ALTENKIRCHEN – Wie ist die zahnärztliche Versorgung in der Kreisstadt in der Ferienzeit
ALTENKIRCHEN – Wie ist die zahnärztliche Versorgung in der Kreisstadt in der Ferienzeit
Wie ist die zahnärztliche Versorgung in der Kreisstadt in der Ferienzeit? Dieser Frage ging einer unserer Mitarbeiter nach, der eine besondere persönliche Erfahrung machte.
Es ist Samstagmittag. Ein köstlicher Salatteller mit warmen Brötchen bei einem Italiener. Beim Biss in eines der Backwaren macht es plötzlich „knack“ und ein Teil des letzten Backenzahns findet sich im Mundraum wieder. Nicht verschluckt. Das ist schon mal gut. Die „Baustelle“ Backenzahn war bekannt, denn ähnliches passierte einige Monate zuvor. Die scharfen Kanten wurden geschliffen, damit sich die Zunge nicht verletzte. Zwanzig Minuten Arbeit, 35 Euro, das geht. Aber der fachmännische Hinweis ist klar: „Da sollte demnächst eine Krone drauf, dann haben Sie Ruhe“. Okay, macht nur rund 1.000 Euro. Die Krankenkasse zahlt erst nach einem jährlichen Selbstanteil von 2.000 Euro. Bei 880 Euro Rente kein Pappenstiel, aber auch kein Einzelfall in unserem Lande. Warum sollte die private Krankenversicherung auch mehr zahlen, wenn man über 40 Jahre rund 400 Euro monatlich bezahlt hat. „Was will man da mehr verlangen?“, so ein Kreisstädter scherzhaft. Bekanntermaßen ist die Krankenkasse eine Solidargemeinschaft, wo die Gesunden für die Kranken zahlen. So der Klartext.
Es ist Montagmorgen. Oh, der eigene Zahnarzt hat Urlaub. Vertretung in Flammersfeld, dort ist kein Termin in der Woche frei. Zwei andere Kollegen haben zur gleichen Zeit Urlaub. Die nächste Praxis nimmt keine neuen Patienten auf. Auch nicht, wenn man Schmerzen hat? „Wir haben genug eigene Patienten, die auch Schmerzen haben“, so der recht kühle Kommentar der Arzthelferin. „Aber machen Sie es gut“, ruft sie noch hinterher.
Und nun? Eine Praxis bleibt übrig, deren Kommentar ähnlich ist und eine Woche ausgelastet ist, sich aber bemühen will, einen Termin zu finden. Ein Rückruf wird versprochen. Wann? Keine Ahnung. Am besten man hat nichts, meinte ein Nachbar. Ob man akute Schmerzen hat oder nicht, scheint nicht das Thema zu sein. Hoffentlich ändert sich in unserem System mal etwas. Vielleicht nur die Absprache, dass nicht über die Hälfte der Ärzte gleichzeitig Urlaub machen und dass man eine Vertretung findet, die ebenfalls ist der Stadt ist. Was machen diejenigen, die nicht motorisiert sind oder wegen zu starker Schmerzmittel nicht Auto fahren dürfen? Klar, es gibt öffentliche Verkehrsmittel. Aber kann man es dem Patienten in einer Kreisstadt vielleicht auch etwas einfacher machen? Ob die Situation in den anderen Praxen entspannter ist, bleibt abzuwarten.
„Vielleicht regt es die Ärzteschaft nach der Sommerpause an, hierüber nachzudenken“, meinte ein besorgter Mitbürger. Immerhin ginge es ja auch ums Geld verdienen. Gesundheit kann man nicht kaufen, so ein alter Spruch, der natürlich der Wahrheit entspricht. Ob es etwas genützt hätte, 100 Euro auf den Praxentisch zu legen und um eine Ausnahme zu bitten? Mit Sicherheit nicht. Denn das hätte die üble Nachrede des Bestechungsversuchs nach sich gezogen. Oder gilt hier vielleicht der Spruch: „Wegen Reichtum geschlossen“. So ein weiterer Nachbar, der es eher humoristisch nimmt. Was bleibt einem da auch anderes übrig? (Werner Klak)






















