ALTENKIRCHEN – Franz Albert Born – Ein Altenkirchener Original

ALTENKIRCHEN – Franz Albert Born – Ein Altenkirchener Original

Er war Jahrzehnte Hauptlokführer bei der Deutschen Bahn und trug Verantwortung für Millionen Menschen. Franz Albert Born ist 89 Jahre und das blühende Leben. Wir besuchten den legendären Pensionär und Beamten kürzlich und überraschten ihn bei der Gartenarbeit. Er hatte viel zu berichten.

Besonders ging es Franz Albert an die Nieren, als die lokale Presse 2014 eine Karikatur veröffentlichte zum damaligen Lokführerstreik, die Herren seien „Gierig, Dreist und Link“. Somit hatte er sich mit dem entsprechenden Redakteur überworfen, der Kritik nicht vertragen konnte. Der gebürtige Kreisstädter ist seit sieben Jahren selbst journalistisch tätig und schreibt interessante Berichte, ehrenamtlich unter anderem für das Heimatjahrbuch und freute sich sehr, als er von einer Redakteurin einen persönlichen Dankesbrief erhielt. In dem Bericht schilderte er hautnah, als er mit acht Jahren während des Krieges einen Spielkameraden durch Bombeneinschlag auf dem Leuzbacher Feld verlor.

Der 89-Jährige ist tief mit der Entwicklung der Eisenbahn verbunden. So findet sich in seinem Garten eine originalgetreue Nachbildung eines Bahnhofs mit allem Drum und Dran. „Am Bahnhof wächst der Schnittlauch“, fügte er spaßig hinzu. Als Kind wurde der zweifache Urgroßvater für eine bestimmte Zeit in ein Heim geschickt, dessen Sinn er nicht ganz nachvollziehen konnte. Tatsache ist, dass man Kinder damals bewusst in die Kinderlandverschickung verbrachte, um sie vor der Macht des Nationalsozialismus zu schützen, die immer jüngere Menschen im Krieg verheizten.

Mit etwas Wehmut blickt er auf den 30. Mai 1975 zurück, als die letzte Rangierlokomotive in Altenkirchen ihren Dienst verrichtete. Er selbst trat seine Laufbahn 1956 an, mit 19 Jahren. Mit 150 Tonnen Stahl und 1700 Pferdestärken (PS) war er täglich unterwegs, fing als Heizer an und arbeitete sich hoch, immer im Bestreben Material und später Personen auf der elektrifizierten Rhein-Sieg-Strecke, die mit modernen E-Loks befahren wird. So manche Leistung aus dem Bereich des Lokführers sei nie an die Öffentlichkeit gedrungen, heißt es in einem Zeitungsbericht. Heute werden meist Verspätungen kommentiert, die Ursachen hierfür aber außer Acht gelassen. Es wird kaum noch investiert, damit Missstände abgebaut werden können. Man hofft dabei auf baldige staatliche Änderungen.(Werner Klak) Foto: Dampflok – wwa

Foto: Idyllisch der Anblick des Bahnhofsgeländes im Garten des ehemaligen Hauptlokführers Franz Albert Born. Der 89-Jährige investiert demnächst in eine Lokomotive, damit dieser Bereich noch wertvoller wird. Foto: Werner Klak

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