ALTENKIRCHEN – Bauausschuss der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld befasst sich mit Hochwasser- und Starkregenvorsorg
ALTENKIRCHEN – Bauausschuss der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld befasst sich mit Hochwasser- und Starkregenvorsorg
Der Bauausschuss der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld hat sich in seiner jüngsten Sitzung intensiv mit der Hochwasser- und Starkregenvorsorge beschäftigt. In einer ausführlichen und anschaulichen Präsentation stellten die Mitarbeitenden der Verbandsgemeindeverwaltung, Jannik Schwarzbach und Thirza Selvi, die bisherigen Arbeiten sowie geplante Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasser- und Starkregenschutzes vor.
Die letzten Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzepte konnten im Mai 2025 fertiggestellt werden. Somit liegt für die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld mit ihren 66 Ortsgemeinden sowie der Stadt Altenkirchen ein flächendeckendes Konzept vor.
Insgesamt umfassen die erarbeiteten Konzepte rund 1.400 einzelne Maßnahmen. Davon sind 552 Maßnahmen direkt den Ortsgemeinden beziehungsweise der Verbandsgemeinde zugeordnet und sollen in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden.
Im Rahmen der Sitzung wurden auch bereits realisierte Projekte vorgestellt. Besonders die Maßnahmen aus dem ersten Umsetzungsabschnitt im Bereich der ehemaligen Verbandsgemeinde Flammersfeld wurden anhand von Bildern erläutert. Diese Maßnahmen wurden bereits im September 2025 in die Unterhaltungslast der jeweiligen Ortsgemeinde übergeben. Die aus den abgeschlossenen Projekten gewonnenen Erfahrungen fließen nun in die weiteren Planungen ein.
Neben der Vorstellung der bisherigen Umsetzung richtete sich der Blick des Bauausschusses auch auf zukünftige Projekte. So ist unter anderem der Bau eines Regenrückhaltebeckens in Ziegenhain vorgesehen. Die geschätzten Baukosten hierfür belaufen sich auf rund 77.000 Euro.
Darüber hinaus wird derzeit ein weiteres Maßnahmenpaket für den zweiten Umsetzungsbereich vorbereitet, der insbesondere die Gemeinden rund um Altenkirchen umfasst.
Ein zentraler Schwerpunkt der zukünftigen Maßnahmen liegt im Bereich der Rückhaltesysteme rund um die Kreisstadt Altenkirchen. Im Parc de Tarbes treffen der Erbach mit einem Einzugsgebiet von rund 24 Quadratkilometern und der Sörther Bach mit einem Einzugsgebiet von etwa 10 Quadratkilometern zusammen. Die bestehende Rückhalteanlage im Bereich des Parks verfügt derzeit über ein Volumen von rund 4.000 Kubikmetern. Diese Anlage soll ertüchtigt und deutlich erweitert werden, sodass künftig etwa 14.000 Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden können. Der Bauausschuss vergab die Arbeiten zur Erweiterung des Rückhaltebeckens im Wert von 137.749 Euro an das Büro Jungbluth & Feick aus Großmaischeid. Die Maßnahme mit 60 Prozent durch das Land gefördert.
Ein weiteres kurzfristig umsetzbares Projekt ist die Umgestaltung des Mammelzer Weiher. Dieser soll zu einem naturnah gestalteten Retentions- und Rückhaltebecken umgebaut werden. Die dazugehörigen Planungsleistungen wurden vom Bauausschuss an das Büro Igeo in Flammersfeld vergeben. Die Auftragssumme beträgt 54.427,70 Euro. Im Zuge der Maßnahme ist vorgesehen, den Bachlauf wieder in die Talaue zurückzuführen, den bestehenden Damm zu ertüchtigen sowie die Notentlastung umzubauen. Gleichzeitig soll ein ökologisch wertvoller Biotopbereich entstehen. Durch diese Maßnahmen kann ein zusätzliches Rückhaltevolumen von bis zu 14.000 Kubikmetern geschaffen werden. Eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 80 Prozent wurde bewilligt.
Neben diesen baulichen Maßnahmen plant die Verbandsgemeinde auch weitere Projekte im Rahmen der Gewässerunterhaltung. So sollen künftig sowohl im Bereich des Ölser Bach als auch des Mehrbachs Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt werden, um die Wasserführung zu verbessern und zusätzliche Rückhalteräume zu schaffen. Diese Maßnahmen werden im Rahmen entsprechender Förderprogramme mit bis zu 90 Prozent durch das Land Rheinland-Pfalz unterstützt. Den Auftrag für Arbeiten am Ölser Bach erhielt die Firma Börgerding aus Altenkirchen in Höhe von 40.692,05 Euro.
Bürgermeister Fred Jüngerich betonte in der Sitzung die langfristige Strategie der Verbandsgemeinde: „Wir haben weit vor dem Ahr-Hochwasser begonnen, uns um die Hochwasservorsorge zu kümmern. Daher konnten wir schon einiges umsetzen und gehen jetzt auch größere Maßnahmen, unter anderem zum Schutz der Stadt Altenkirchen, an. Es ist höchste Zeit, dass wir erkennen, dass klimatische Veränderungen, Monokulturen in der Landwirtschaft, aber zuvorderst steigende Flächenversiegelung das Problem verschärfen. Als Kommunen sind wir gefordert, nicht bloß die Symptome, sondern die Ursachen anzugehen“
Die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld wird die Umsetzung der Maßnahmen in den kommenden Jahren konsequent fortführen und damit einen wichtigen Beitrag zur Anpassung anzunehmende Starkregen- und Hochwasserereignisse leisten.
















