Achtung Wildwechsel: Warum Autofahrer im Kreis Altenkirchen jetzt besonders aufpassen müssen

In der vergangenen Nacht wurden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. Damit wird es abends früher dunkel – und für Autofahrer steigt das Risiko, plötzlich einem Reh oder Wildschwein zu begegnen. Allein 2025 registrierte die Polizei in Rheinland-Pfalz mehr als 22.000 Wildunfälle.

KREIS ALTENKIRCHEN. Ein Reh springt aus dem Wald, die Bremslichter leuchten auf – und plötzlich wird es eng. Solche Situationen können Autofahrer auf den Landstraßen im Westerwald jederzeit erleben. Nach der Zeitumstellung steigt die Gefahr besonders im Feierabendverkehr.

Heute Nacht, am Sonntag, 25. Oktober, wurden die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Seitdem wird es nach der Uhr abends eine Stunde früher dunkel. Der Berufsverkehr fällt dadurch häufiger in die Dämmerung – genau dann, wenn viele Wildtiere besonders aktiv sind.

Mehr als 22.000 Wildunfälle in einem Jahr

Wie groß das Risiko ist, zeigen Zahlen des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz: Mehr als 22.000 Wildunfälle wurden 2025 landesweit registriert.

Besonders auf Straßen entlang von Wäldern und Feldern ist Vorsicht geboten. Das betrifft auch zahlreiche Strecken im Kreis Altenkirchen. Wildtiere halten sich dabei nicht an die Stellen, an denen Warnschilder stehen.

Die Polizei empfiehlt, in der Dämmerung langsamer zu fahren und die Straßenränder aufmerksam zu beobachten. Taucht ein Reh auf, ist außerdem mit weiteren Tieren zu rechnen.

Plötzlich steht ein Reh auf der Straße – was jetzt?

Wer Wild auf der Fahrbahn bemerkt, sollte abbremsen, das Fernlicht ausschalten und gegebenenfalls hupen.

Lässt sich ein Zusammenstoß nicht mehr verhindern, gilt: Kräftig bremsen, Lenkrad festhalten und möglichst in der eigenen Spur bleiben.

Ein plötzliches Ausweichmanöver kann gefährlicher werden als der Zusammenstoß selbst – etwa wenn das Auto im Gegenverkehr oder an einem Baum landet.

Wildunfall: Diese Schritte sind wichtig

Nach einem Zusammenstoß sollten Autofahrer die Warnblinkanlage einschalten, eine Warnweste anziehen und die Unfallstelle absichern. Bei Verletzten ist sofort die 112 zu wählen.

Auch ohne Personenschaden sollte die Polizei unter 110 verständigt werden. Verletzte Wildtiere dürfen nicht angefasst oder verfolgt werden. Ein totes Tier mitzunehmen, ist ebenfalls tabu.

Für die Versicherung sind Fotos vom Schaden und eine Wildunfallbescheinigung hilfreich. Bei Zusammenstößen mit Rehen oder Wildschweinen übernimmt in der Regel die Teilkaskoversicherung den Fahrzeugschaden. Die genauen Bedingungen hängen vom Vertrag ab.

Gerade auf den Landstraßen im Westerwald können in den kommenden Wochen etwas weniger Tempo und ein wachsamer Blick zum Fahrbahnrand viel Ärger verhindern.


Quellen: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und ADAC.

Redaktion Bürgerkurier – Stand: 25. Oktober 2026.

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