40 Minuten Flucht über die A3 – Polizeihubschrauber verfolgt 16-Jährigen bis Montabaur
Montabaur. Eine Baustelle auf der Autobahn 3 wurde am Sonntagabend (25. Oktober) zum entscheidenden Punkt einer rund 40-minütigen Verfolgungsfahrt. Ein erst 16 Jahre alter Autofahrer war zuvor in Frankfurt vor einer Polizeikontrolle geflüchtet. Selbst als die Einsatzkräfte seinen Wagen bei Montabaur stoppen konnten, versuchte der Jugendliche noch einmal zu entkommen. Am Ende standen mehrere beschädigte Fahrzeuge und ein Großeinsatz mit rund 50 Polizeibeamten und einem Hubschrauber.
Begonnen hatte die Flucht gegen 20.30 Uhr in Frankfurt am Main. Dort wollte eine Polizeistreife einen VW Polo mit Wiesbadener Kennzeichen nach einem Verkehrsverstoß kontrollieren. Doch der Fahrer ignorierte die Aufforderung anzuhalten und flüchtete auf die A3 in Richtung Köln.
Auf der Autobahn kam es nach Angaben des Polizeipräsidiums Koblenz zu mehreren gefährlichen Fahrmanövern. Dabei wurden sowohl andere Verkehrsteilnehmer als auch die verfolgenden Einsatzkräfte gefährdet. Hinter der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz zogen die Behörden weitere Polizeikräfte zusammen. Auch ein Polizeihubschrauber aus Rheinland-Pfalz wurde zur Unterstützung eingesetzt.
Vor einer Baustelle endet die Flucht
Gegen 21.10 Uhr gelang es der Polizei schließlich, den Verkehr vor einer Baustelle bei Montabaur zu verlangsamen und den flüchtenden VW Polo zum Anhalten zu bringen.
Doch selbst damit war die Situation noch nicht beendet. Der junge Fahrer versuchte erneut, sich der Kontrolle zu entziehen, und streifte dabei zwei unbeteiligte Fahrzeuge. Erst danach gelang es den Beamten, die beiden Insassen aus dem Wagen zu holen und festzunehmen.
Kurz vor der Festnahme war zudem ein bislang unbekannter Gegenstand aus dem flüchtenden Auto geworfen worden. Dieser traf einen Streifenwagen der hessischen Polizei und beschädigte ihn.
Bei der Festnahme wurde nach Polizeiangaben niemand verletzt. An den beteiligten Fahrzeugen entstand jedoch Sachschaden.
Fahrer erst 16 Jahre alt und ohne Führerschein
Erst nach dem Ende der Verfolgungsfahrt stellte sich heraus, dass am Steuer ein 16-Jähriger ohne Fahrerlaubnis gesessen hatte. Sein Beifahrer war 17 Jahre alt. Beide Jugendlichen stammen aus Nordrhein-Westfalen.
Wie sie in den Besitz des VW Polo gelangten, ist bislang unklar und Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Der Fahrer muss sich zudem wegen mehrerer Verkehrsdelikte verantworten.
Die beiden Jugendlichen wurden noch in der Nacht einem Erziehungsberechtigten übergeben.
Polizei sucht weitere Zeugen
An dem Einsatz waren insgesamt rund 50 Polizeibeamte aus Hessen und Rheinland-Pfalz beteiligt. Die Ermittlungen dauern an.
Die Polizeiautobahnstation Montabaur bittet Zeugen und mögliche Geschädigte der Verfolgungsfahrt, sich unter der Telefonnummer 02602 / 9327-0 zu melden.
Quelle: Polizeipräsidium Koblenz, 26. Oktober 2026.
















