18 Prozent mehr Wohnungseinbrüche im Kreis Altenkirchen – so schützen Sie sich

85 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei im Landkreis Altenkirchen im Jahr 2025 – 13 mehr als im Vorjahr. Zum bundesweiten Tag des Einbruchschutzes am 25. Oktober gibt das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz wichtige Tipps, wie Bürger ihre Häuser und Wohnungen besser sichern können.

KREIS ALTENKIRCHEN. Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis Altenkirchen ist gestiegen. Während die Polizei im Jahr 2024 noch 72 Fälle registrierte, waren es 2025 insgesamt 85. Das entspricht einem Anstieg um 18,1 Prozent. Mit Beginn der dunklen Jahreszeit rückt deshalb auch der Schutz des eigenen Zuhauses wieder stärker in den Mittelpunkt.

Anlässlich des bundesweiten Tages des Einbruchschutzes am Sonntag, 25. Oktober 2026, weist das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz darauf hin, dass bereits einfache Verhaltensregeln und geeignete Sicherungsmaßnahmen helfen können, Einbrüche zu verhindern.

Wohnungseinbrüche im Kreis Altenkirchen auf höchstem Stand seit 2020

Ein Blick auf die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, wie sich die Zahl der Wohnungseinbrüche in den vergangenen Jahren entwickelt hat.

Im Jahr 2018 wurden im Kreis Altenkirchen 76 Fälle registriert, 2019 waren es 83 und 2020 insgesamt 87. Während der Corona-Pandemie sank die Zahl im Jahr 2021 deutlich auf 42 Fälle. Anschließend stieg sie wieder an: 2022 wurden 72 Wohnungseinbrüche erfasst, 2023 waren es 74 und 2024 erneut 72.

Mit 85 Fällen im Jahr 2025 wurde nun der höchste Wert seit 2020 erreicht. Die Zahl liegt damit allerdings weiterhin unter dem damaligen Stand von 87 Fällen.

In den aktuellen Zahlen sind auch 26 sogenannte Tageswohnungseinbrüche enthalten. Dabei handelt es sich um Einbrüche, die tagsüber zwischen 6 und 21 Uhr stattfinden. Das zeigt, dass Einbrecher keineswegs ausschließlich nachts aktiv sind.

Interessant ist auch der Vergleich mit der allgemeinen Kriminalitätsentwicklung: Während die Wohnungseinbrüche im Kreis Altenkirchen zunahmen, ging die Gesamtzahl aller polizeilich registrierten Straftaten zurück. Sie sank von 6.348 Fällen im Jahr 2024 auf 5.989 im Jahr 2025.

Zu beachten ist, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik auch versuchte Einbrüche erfasst. Die Zahlen beziehen sich zudem auf die statistische Erfassung nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen, nicht zwangsläufig auf das tatsächliche Tatjahr.

Landesweit scheitert fast jeder zweite Einbruch

Auch in Rheinland-Pfalz insgesamt stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche. Nach Angaben des Landeskriminalamts wurden im Jahr 2025 landesweit 2.936 Fälle registriert. Ein Jahr zuvor waren es 2.626.

Bei 1.370 der im Jahr 2025 erfassten Taten blieb es beim Versuch. Das entspricht rund 47 Prozent.

Die Polizei sieht darin einen wichtigen Grund, in wirksame Sicherungsmaßnahmen zu investieren. Denn je schwieriger es für Täter ist, Türen oder Fenster zu überwinden, desto größer ist die Chance, dass sie ihren Einbruchsversuch abbrechen.

Türen und Fenster richtig sichern

Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen Wohnungseinbrüche gehören gut gesicherte Haus- und Wohnungstüren sowie Fenster und Terrassentüren.

Zusätzliche Türschlösser, stabile Beschläge und geeignete Fenstersicherungen können es Einbrechern deutlich erschweren, in ein Gebäude einzudringen.

Wer ohnehin neue Fenster oder Türen einbauen lassen möchte, sollte auf geprüfte einbruchhemmende Produkte achten. Die Polizei empfiehlt bei Fenstern grundsätzlich die Widerstandsklasse RC 2.

Auch Alarmanlagen können sinnvoll sein. Sie ersetzen jedoch keine mechanischen Sicherungen, sondern sollten diese ergänzen.

Vor größeren Anschaffungen empfiehlt die Polizei, eine fachkundige Sicherheitsberatung in Anspruch zu nehmen.

Diese einfachen Maßnahmen empfiehlt die Polizei

Nicht immer sind teure Umbauten notwendig. Auch im Alltag können Haus- und Wohnungsbewohner einiges tun, um das Risiko eines Einbruchs zu verringern:

  • Türen immer abschließen: Auch wer sein Zuhause nur kurz verlässt, sollte die Haustür vollständig abschließen.
  • Fenster geschlossen halten: Gekippte Fenster bieten Einbrechern eine leichte Einstiegsmöglichkeit.
  • Anwesenheit vortäuschen: Zeitschaltuhren können in den Abendstunden automatisch das Licht einschalten.
  • Keine Ersatzschlüssel draußen verstecken: Verstecke unter Blumentöpfen oder Fußmatten sind auch Einbrechern bekannt.
  • Nachbarn einbeziehen: Bei längerer Abwesenheit können vertrauenswürdige Nachbarn ein Auge auf das Haus werfen.
  • Urlaubspläne nicht öffentlich teilen: Wer seine Abwesenheit in sozialen Netzwerken ankündigt, liefert möglicherweise unerwünschte Informationen.
  • Wertsachen dokumentieren: Fotos und Seriennummern können nach einem Einbruch helfen, gestohlene Gegenstände wiederzuerkennen.

Gerade in der dunklen Jahreszeit empfiehlt es sich, die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen und mögliche Schwachstellen rund um Haus oder Wohnung zu beseitigen.

Kostenlose Sicherheitsberatung und finanzielle Unterstützung

Wer sein Zuhause besser schützen möchte, kann sich kostenlos bei den polizeilichen Beratungsstellen informieren. Dort erhalten Bürger Hinweise zu Schwachstellen und geeigneten Sicherheitsmaßnahmen.

Auch eine Finanzierung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Im Rahmen des Programms „Altersgerecht Umbauen – Kredit 159“ können förderfähige Maßnahmen zum Einbruchschutz mit einem Kredit von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit finanziert werden.

Dazu gehören beispielsweise die Nachrüstung von Türen und Fenstern sowie bestimmte Alarmanlagen. Wichtig ist, die Förderbedingungen zu prüfen und die Finanzierung vor Beginn der Arbeiten zu beantragen.

Bei verdächtigen Beobachtungen die Polizei informieren

Neben technischen Schutzmaßnahmen spielt auch die Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft eine wichtige Rolle.

Wer ungewöhnliche Vorgänge an Wohnhäusern beobachtet oder einen möglichen Einbruch bemerkt, sollte im Zweifel die Polizei informieren.

Wird ein Einbruch festgestellt, sollten Betroffene möglichst keine Spuren verändern und sich nicht selbst auf die Suche nach möglichen Tätern machen. Bei akuter Gefahr ist die Polizei unter der Notrufnummer 110 erreichbar.

Der Tag des Einbruchschutzes bietet damit einen guten Anlass, die Sicherheit des eigenen Zuhauses zu überprüfen – bevor tatsächlich etwas passiert.


Quellen und weiterführende Informationen:

Polizeidirektion Neuwied: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, veröffentlicht am 12. März 2026. https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117709/6234618

Polizeidirektion Neuwied: Polizeiliche Kriminalstatistik 2024. https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117709/5988798

Ministerium des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz: Landtagsdrucksache 18/6505 mit den Wohnungseinbruchszahlen 2018 bis 2022. https://dokumente.landtag.rlp.de/landtag/drucksachen/6505-18.pdf

Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz: Pressemitteilung zum Tag des Einbruchschutzes vom 23. Oktober 2026. https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/29763/6376332

Polizeiliche Prävention: https://www.k-einbruch.de/

KfW – Einbruchschutz: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Einbruchschutz/

Redaktion Bürgerkurier – auf Grundlage der Polizeilichen Kriminalstatistik und offizieller Präventionshinweise.

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