SIMMERN – Diakonie in Simmern ist Teil des Netzwerks „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“
SIMMERN – Diakonie in Simmern ist Teil des Netzwerks „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“
Menschen, die sexualisierte oder häusliche Gewalt erfahren haben, benötigen schnell und unkompliziert medizinische und psychosoziale Unterstützung. Der Beitritt der Diakonie Kliniken Hunsrück stärkt das Landesprojekt „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“ und erweitert das Unterstützungsangebot für Betroffene in Rheinland-Pfalz. Mit dem neuen Standort in Simmern ist das Projekt nun wie geplant bis Herbst 2026 an zwölf Standorten landesweit vertreten.
Frauenministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betont: „Nach einer Gewalterfahrung ist es entscheidend, dass Betroffene wissen, wo sie Hilfe finden und sich in einem geschützten Umfeld anvertrauen können. Nicht jeder Mensch möchte die Polizei einschalten. Deshalb brauchen wir Angebote, die medizinische Versorgung und vertrauliche Unterstützung miteinander verbinden. Mit dem Beitritt der Diakonie in Simmern wird dieses wichtige Hilfsangebot weiter gestärkt. Unser Ziel ist es, Betroffenen Wege aus einer schwierigen Situation aufzuzeigen und ihnen die Unterstützung zu geben, die sie benötigen. Mit den insgesamt nun zwölf Standorten im Land haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht.“
Vertrauliche Versorgung und gerichtsfeste Spurensicherung
Das Projekt „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“ richtet sich an Frauen und Männer, die sexualisierte oder andere häusliche Gewalt erlebt haben. Es umfasst drei zentrale Bestandteile: die vertrauliche medizinische Versorgung, die auf Wunsch vertrauliche und gerichtsfeste Sicherung körperlicher Spuren sowie die Vermittlung an eine Einrichtung, die eine weiterführende psychosoziale Beratung und Betreuung anbietet.
Viele Betroffene verzichten nach einer Gewalterfahrung auf eine Anzeige. Scham, Unsicherheit oder die Angst vor den Folgen eines Strafverfahrens können deshalb dazu führen, dass sie medizinische und psychosoziale Unterstützung nicht in Anspruch nehmen. Genau hier setzt das Landesprojekt an: An den beteiligten Klinikstandorten steht Betroffenen eine kostenfreie, vertrauliche und rund um die Uhr verfügbare Hilfe offen. Die Polizei wird dabei nicht eingeschaltet. Vielmehr bekommen die Betroffenen die Möglichkeit ganz in Ruhe zu überlegen, ob sie zu einem späteren Zeitpunkt doch noch Anzeige erstatten wollen oder nicht.
Die Sicherung körperlicher Spuren ist dabei ein wesentlicher Bestandteil des Angebots. Sie ermöglicht es Betroffenen, sich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch für rechtliche Schritte zu entscheiden, da die Spuren fünf Jahre lang vorgehalten werden. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit zwischen medizinischen Einrichtungen und Beratungsstellen, um Betroffene über die unmittelbare medizinische Versorgung hinaus unterstützen zu können.
Das Frauenministerium stellt für das Projekt jährlich rund 280.000 Euro zur Verfügung. Die Finanzierung der Untersuchungs- und Spurensicherungskits übernimmt das Innenministerium mit rund 33.000 Euro pro Jahr. Informationen für Betroffene und zum Projekt im Internet. Weitere Informationen beispielsweise zu den teilnehmenden Krankenhäusern, dem konkreten Ablauf der Hilfen sowie Hinweise und Tipps für Betroffene finden sich im Internet auf der Homepage des Frauenministeriums unter: www.vertraulichehilfe.rlp.de
















