MEHREN – Großaufgebot beim Ausbildungssamstag in Mehren

MEHREN – Großaufgebot beim Ausbildungssamstag in Mehren

Am Samstag, den 1. August 2026, führten die Löschzüge Mehren und Neitersen gemeinsam mit der Rettungswache Linz eine umfangreiche Ausbildung durch. Zunächst stand ein theoretischer Teil auf dem Programm, dem eine gemeinschaftliche Übung im Seniorenpflegehaus Sonnenhang folgte.

Im ersten Workshop lag der Schwerpunkt auf Brandmeldeanlagen. Diese Systeme bestehen aus vernetzten Rauchmeldern, die im Alarmfall sofort eine Meldung an die Leitstelle in Montabaur senden. So können die zuständigen Einsatzkräfte schnell alarmiert werden, was im Ernstfall wertvolle Zeit spart, da ein Brand nicht immer sofort erkannt wird.

Die Teilnehmer übten den Umgang mit Laufkarten, die den erkundenden Gruppenführer sowie den Angriffstrupp zum ausgelösten Rauchmelder führen. Außerdem wurde das Zurückstellen der Brandmeldeanlage trainiert. Anschließend stärkten sich alle bei einem gemeinsamen Frühstück für den weiteren Verlauf des Tages.

Im zweiten Workshop standen die Non-Technical Skills (NTS) im Mittelpunkt. Dabei handelt es sich um nichttechnische Fähigkeiten wie Kommunikation, Situationsbewusstsein, Teamarbeit, Entscheidungsfindung und Aufgabenmanagement. Gerade bei einer gemeinsamen Einsatzlage von Feuerwehr, Rettungsdienst und Pflege ist es wichtig, Informationen eindeutig weiterzugeben, Zuständigkeiten klar zu benennen und ein gemeinsames Lagebild zu entwickeln. Anhand praktischer Beispiele wurde deutlich, wie schnell gleiche Aussagen unterschiedlich verstanden werden können und wie klare Aufträge und Rückmeldungen zur Sicherheit aller Beteiligten beitragen.

Für die vier Notfallsanitäter-Auszubildenden war der Ausbildungstag Bestandteil ihrer praktischen Ausbildung und wurde durch vier Praxisanleiter begleitet. Nach der Menschenrettung übergab die Feuerwehr die betroffenen Personen an einem zuvor festgelegten Übergabepunkt an den Rettungsdienst. Dort erfolgte eine strukturierte Sichtung nach dem PRIOR-Algorithmus. Anschließend wurde eine Patientenablage mit Materialachse aufgebaut und die weitere Versorgung organisiert.

Ein Auszubildender übernahm dabei die Funktion des ersteintreffenden Notfallsanitäters und koordinierte den rettungsdienstlichen Einsatzabschnitt. Holger Mies (Organisatorischer Leiter des Landkreis Altenkirchen) begleitete ihn als Ansprechpartner und Coach, ohne ihm die Führung abzunehmen.

Im anschließenden Übungsszenario wurde ein Zimmerbrand in der oberen Etage des Seniorenpflegehauses angenommen. Der Bereich „Waldblick“ galt als verraucht, während die untere Etage „Sonnenwiese“ rauchfrei blieb. Die Rauchgrenze wurde ausschließlich durch Flatterband dargestellt; auf den Einsatz einer Nebelmaschine wurde bewusst verzichtet.

Insgesamt wurden neun Patientinnen und Patienten dargestellt. Vier Bewohner des Seniorenpflegehauses wirkten selbst als Statisten mit, sechs weitere Rollen wurden von Pflegeauszubildenden übernommen.

Zusätzlich unterstützten vier Pflegeauszubildende den Rettungsdienst in der Patientenablage, beispielsweise bei der Betreuung, dem Wärmeerhalt, der Dokumentation von Vitalwerten und dem Bereitstellen von Material.

Neben der medizinischen Versorgung lag der Schwerpunkt insbesondere auf der Organisation einer größeren Einsatzstelle und der Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Pflege. Die Auszubildenden konnten sich entsprechend ihres Ausbildungsstandes einbringen und wurden während der Übung gezielt beobachtet und angeleitet.

Die Kameraden des Löschzugs Berod sorgten für eine übersichtliche Lage und bildeten die Einheit rund um den Einsatzleitwagen 1 Nord der Verbandsgemeinde. Zur Brandbekämpfung wurde ein umfangreicher Außenangriff aufgebaut. Die Brandbekämpfung im Inneren übernahmen Trupps unter Atemschutz.

Nach der Übung analysierten die Beteiligten gemeinsam das Szenario und erarbeiteten Verbesserungsmöglichkeiten. Insgesamt war die Übung sehr erfolgreich. Michael Giel, die Leitung des Seniorenpflegehauses, war ebenfalls vor Ort und zeigte sich erleichtert, dass die Abläufe so reibungslos funktionierten. Auch wenn niemand wünscht, dass der Ernstfall eintritt, ist es beruhigend zu wissen, dass die Zusammenarbeit klappt. Nach der Einsatznachbesprechung ließen alle den Tag bei einem gemeinsamen Essen ausklingen.

Die Feuerwehren bedanken sich herzlich bei dem Seniorenpflegehaus Sonnenhang für die Bereitschaft, die Übung auszurichten, sowie für die Bereitstellung von Speisen und Getränken. Bericht & Fotos: Feuerwehr Mehren – Jannik Schwarzbach

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