ALTENKIRCHEN – Altenkirchener Schützenfest beginnt mit musikalischen Ständchen bei den Seniorenheimen und der Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem Dorn

ALTENKIRCHEN – Altenkirchener Schützenfest beginnt mit musikalischen Ständchen bei den Seniorenheimen und der Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem Dorn

Alljährlich wird anlässlich des Schützenfestes der Opfer und Hinterbliebenen des zweiten Weltkriegs gedacht. So auch in diesem Jahr, wenn das Fest am Samstag, 4. Juli um 14 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst beginnt.

In einer kleinen Zeitreise haben wir uns die Gedenktafeln am Ehrenmal etwas genauer angesehen und stoßen dabei 13-mal auf den Nachnamen Abraham. In einem Gespräch mit Hinterbliebenen erfuhren wir, dass Alice Abraham als Kind im heutigen Schützenhaus in Altenkirchen lebte und im Haus Felsenkeller arbeitete. Sie war als Nonne unterwegs, ebenso wie ihre Mutter gleichen Namens, die während der Zeit vor dem Bau der Mauer Flüchtlinge begleitete, die über die sogenannte Luftbrücke der amerikanischen Fluggesellschaft Panam von West-Berlin nach Frankfurt ausreisten.

Es war eine besondere Zeit, meinte einer der Betroffenen, der ebenfalls über diese Luftbrücke die DDR verließ, und er kann sich daran erinnern, dass Alice einem kleinen Jungen eine Mark schenkte und ihm Glück wünschte. Tatsächlich wurde aus diesem Jungen ein fleißiger Familienvater.

Welche sonstigen Namen sind bekannt auf diesen Tafeln? Uns fällt auf Herbert Adorf, Hermann Ahlbach, Heinrich Altgeld, Gottfried Arbeiter und Karl Bellersheim, um nur einige von ihnen zu nennen. All diese Namen verbinden fleißige Familien als Nachkömmlinge. Insgesamt 60 jüdische Mitbürger ließen in der Zeit des Holocausts in der Kreisstadt ihr Leben, darunter auch Namen, wie Driels, Fultheim, Grünebaum, Hirsch und Isaac. Der Name Levy taucht sechs Mal auf einer Gedenktafel auf. Fünf Mal gibt es den Namen Lilienthal und zwei Mal Marx. Acht Mal erscheint der Nachname Salomon, wovon Nachkommen in die Vereinigten Staaten ausgewandert sind. Sie führen dort ein bescheidenes Leben. Zu guter letzt erscheint der Name Veit vier Mal.

Insgesamt forderte der Krieg 129 Opfer unter den Soldaten, zusätzliche 38 werden vermisst 96 Männer und Frauen sowie Kinder fanden durch die Bombenangriffe auf die Stadt den Tod. Namen wie Langenbach, Langenberg, Lautenschläger, Müller, Neuhaus, Schuster und Schüler sind nur einige, die ein ewiges Andenken auf den Tafeln haben.

Der Wiedbachtaler Männerchor ALFONE unter Leitung von Harald Gerhards wird gemeinsam mit dem Männergesangverein Liederkranz 1921 Eichelhardt den ökumenischen Gottesdienst gesanglich umrahmen. (Werner Klak) – Foto: Diana Wachow

Beitrag teilen