PRACHT – Vesakh-Wanderung beim Kloster Hassel

PRACHT – Vesakh-Wanderung beim Kloster Hassel

Am ersten Vollmondtag im Mai findet das buddhistische Vesakhfest statt. An Vesakh gedenkt man der Geburt, dem Durchbruch zu innerer Freiheit und dem Tod des Buddhas. Es ist der höchste Feiertag im Buddhismus, im Grunde wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten an einem Tag. Im Kloster Hassel ist es bereits Tradition, dies in Form einer Waldwanderung zu begehen, so auch am vergangenen Sonntag wieder. Um die 20 Teilnehmende waren dazu zum Kloster Hassel angereist. An verschiedenen Stationen auf dem etwa 5 km langen Rundweg wurde mit vielfältigen Geschichten dem Leben des Buddhas gedacht. Dabei erzählte die Nonne des Klosters, Ehrwürdige Dhammā Mahātherī, was Buddha als Mensch ausgemacht hat, wie er zu seinen Erkenntnissen gelangte und wie die Ursprünge des Buddhismus aussahen: Siddhattha Gotama, so der weltliche Name des indischen Weisheitslehrers, wurde zunächst als Sohn einer Herrscherfamilie geboren, heirate eine Prinzessin und hatte einen Sohn. Im Alter von 29 Jahren entschied er sich für ein Leben als Mönch. Dieses brachte ihn aber nicht weiter. Er erkannte, dass strenge Askese und extreme Methoden nicht der weg zum Frieden sind. Er wählte den „Mittleren Weg“. 35 Jahre alt und als besitzloser Mönch unterwegs, erreichte er mit seinen Erkenntnissen viele. Durch seine Lehren sammelten sich schnell Gefährten und Schüler um ihn. Im Alter von 80 Jahren starb er und die Mönche und Nonnen seines Ordens hielten seine Weisheiten am Leben, sodass sie 2500 Jahre später auch in heutiger Zeit noch große Bedeutung haben.

Die Natur des Waldes verlieh währenddessen den Geschichten die passende Atmosphäre. Im Verlauf der stillen Wanderung konnte man sich für einige Zeit in das Leben des wandernden Buddhas und Ordens hineinversetzen. Das Interesse der Teilnehmenden war groß, es gab zahlreiche Rückfragen, Aha-Momente und immer wieder wurde gelacht, denn auch lustige Anekdoten wusste Ew. Dhammā Mahātherī aus dem Leben von Buddha zu berichten. Zurück im Kloster gab es weitere interessante Gespräche. So wurde auch die Geschichte des Klosters Hassel erläutert. Die Geschichte des im Mittelalter gegründeten Ortes Hassel ist weiterhin lebendig. Der Theravada-Buddhismus, insbesondere in der hier praktizierten Form der Hermitage-Tradition, orientiert sich direkt an Buddhas Lehrreden und seinem Leben. Entsprechend ist hier alles sehr bodenständig und kommt ohne kulturelle Prägung und asiatische Einflüsse aus. Der Zweig der Hermitage-Linie im Buddhismus hat nun bereits in vierter Generation deutsche Wurzeln, die im Kloster Hassel lebendig gehalten werden und das alljährliche Vesakhfest zu einem ganz besonderen Tag machen.

Weitere Möglichkeiten, den Ort kennenzulernen und das Wissen zu vertiefen, finden Sie bei den monatlichen Klostergesprächen mit Ew. Dhammā Mahātherī. Nächster Termin ist der 14. Juni um 14:30 Uhr (immer am 2. Sonntag im Monat). Ferner organisiert der Förderkreis am 27. Mai um 13:30 Uhr eine Exkursion, bei der Linda Bödger und Jessica Gelhausen Einblicke in die Flora und Fauna des Birkenbachtals geben. Wer wissen möchte, wie man Pflanzen bestimmt und wozu das wichtig ist, dem zeigt Roland Steinwarz am 13. Juni ab 13:00 Uhr die Pflanzenwelt der Bachaue.

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