SELBACH – Im Ort Selbach bei Wissen pflegt man den schönen Brauch des Osterklapperns

SELBACH – Im Ort Selbach bei Wissen pflegt man den schönen Brauch des Osterklapperns

Im Ort Selbach bei Wissen pflegt man den schönen Brauch des Osterklapperns noch immer mit großem Eifer. Dort machen sich alljährlich Kinder auf den Weg und verkünden anstelle der „nach Rom geflogenen Glocken“ die Tageszeit mit hölzernen Klappern und Ratschen. Am späten Donnerstagnachmittag war es wieder soweit. Zur Freude der Bewohner hatten sich gut zwei Dutzend Kinder an der heimischen St. Anna-Kapelle eingefunden. Fast die Hälfte davon waren „Neuzugänge“, was den besten Hoffnungen für die Zukunft des Klapperns Ausdruck verleiht. Eine Dreijährige war mit Eltern sogar extra aus Birken-Honigsessen angereist. Man ging noch kurz auf die Bedeutung des Klapperns innerhalb des christlichen Jahreslaufs ein und sagte scherzhaft:  „Beim letzten Rundgang heisst es ´Eier, Eier oder Geld!`“. Beim Tragen der Kreuzfahne wechselten sich die Kinder ab. Unüberhörbar begleitet vom Wohlklang der „Instrumente“, die in vielen Familien liebevoll verwahrt werden, ging es quer durch den ganzen Ort. Insgesamt absolvierten die Kinder sechs Durchgänge, den letzten am Mittag des Karsamstags. Nach der Rückkehr veranstaltete man noch ein lustiges Eiersuchen für die jüngsten Teilnehmer hinter der Kapelle. Genau festgehalten wird, wer wann mitläuft. Danach richtet sich am Ende nämlich das gerechte Verteilen der eingenommenen Belohnung in Form von Ostereiern, Süßigkeiten und Barem. Und spätestens in der Osternacht waren die mehrtägig verstummten Glocken wieder da und gingen ihrer gewohnten Aufgabe nach. In Selbach hofft man, dass die Klapperkinder noch lange aktiv sind und den schönen Brauch am Leben halten. (bt) Fotos: Bernhard Theis

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