RHEINLAND-PFALZ – ver.di-Tarifkommissionen im Handel beschließen Tarifforderungen für Rheinland-Pfalz und das Saarland

RHEINLAND-PFALZ – ver.di-Tarifkommissionen im Handel beschließen Tarifforderungen für Rheinland-Pfalz und das Saarland

Steigende Einkommen für die rund 205.000 Beschäftigte im Handel in Rheinland-Pfalz und im Saarland sind dringend notwendig – das hat Beschäftigtenbefragung deutlich gemacht. Die Ergebnisse dieser Befragung bilden die Grundlage für die Beschlüsse der Tarifkommissionen zur Forderung.

Monika Di Silvestre, ver.di-Landesfachbereichsleiterin Handel und Verhandlungsführerin für den Einzel- und Versandhandel im Saarland und in Rheinland-Pfalz betont: „Die Preise sind massiv gestiegen – allein Lebensmittel seit 2019 um 40 Prozent. Viele Kolleginnen und Kollegen müssen jeden Euro zweimal umdrehen, und das Einkommen reicht oft nicht bis zum Monatsende, darum sind Lohnerhöhungen dringend notwendig.“

Auch im Groß- und Außenhandel ist die Situation angespannt. Stefan Prinz, Gewerkschaftssekretär und Verhandlungsführer für die Tarifgebiete des Groß- und Außenhandels in Rheinland-Pfalz, erklärt: „Die Beschäftigen im Groß- und Außenhandel leisten täglich hervorragende Arbeit und tragen maßgeblich zu den Umsätzen und Gewinne der Unternehmen bei. Diese Leistung muss endlich angemessen vergütet werden.“

Neben finanziellen Belastungen spielt auch der Fachkräftemangel und drohende Altersarmut eine zentrale Rolle.

Monika Di Silvestre führt aus: „Nur jede*r fünfte Beschäftigte im Handel kann sich noch einen Urlaub leisten. Beschäftigte in der Kommissionierung erreichen nach 45 Arbeitsjahren gerade einmal eine Bruttorente von 1.400 Euro – das ist viel zu wenig. Kein Wunder, dass sich viele Menschen beruflich neu orientieren oder den Handel bei der Jobsuche nicht mehr in Betracht ziehen, das gilt auch für junge Menschen, wenn es um die Berufswahl geht.“

Die Tarifkommissionen haben sich deshalb auf folgende Tarifforderungen verständigt:

Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz

Erhöhung der Einkommen um 225 Euro

Erhöhung der Auszubildendenvergütung je Ausbildungsjahr um 150 Euro

Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Einzel- und Versandhandel Saarland

Erhöhung der Einkommen um 225 Euro

Erhöhung der Auszubildendenvergütung je Ausbildungsjahr um 150 Euro

Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Groß- und Außenhandel Pfalz

Erhöhung aller Einkommen um 250 Euro

Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 150 Euro je Ausbildungsjahr

Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Groß- und Außenhandel Rheinland-Rheinhessen

Erhöhung aller Einkommen um 250 Euro

Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 150 Euro je Ausbildungsjahr

Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Genossenschaftlicher Großhandel Rheinland-Pfalz

Erhöhung aller Einkommen um 250 Euro

Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 150 Euro je Ausbildungsjahr

Die Laufzeit der Tarifverträge soll 12 Monate betragen

Die erste Verhandlung für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel in Rheinland-Pfalz findet am 28. April 2026 statt.

Beitrag teilen