KOBLENZ – Bewegender Abschied von Musiker Legende Sascha Reinhardt

KOBLENZ – Bewegender Abschied von Musiker Legende Sascha Reinhardt – Der Gründer des in ganz Europa bekannten Musikfestivals Djangos Erben ist unerwartet in der ersten Januarwoche gestorben.

Nach einem zwar überstandenen Krebsleiden im Jahr 2010 ist er nie wieder der Alte geworden und musste in den letzten Jahren von der Familie gepflegt werden. Das ließ der katholische Pfarrer bei der Grabrede wissen. Der Gründer der legendären Koblenzer Reinhardt Elf, hat in seinem Leben viele Musiker getroffen und in zahlreichen Bands mitgespielt. Das musikalische Talent hat er an einige seiner Söhne weitervererbt, die auch heute noch das Festival auf dem Asterstein weiterführen.

Vor zwei Jahrzehnten zunächst als Familientreffen bei Lagerfeuer und Musik gedacht, wurde aus Django Erben ein Fest für die Bevölkerung, um Vorurteile abzubauen, mit dem die Koblenzer Sintis durchaus zu kämpfen hatten. Der Besucheranteil wurde von Jahr zu Jahr größer und die Akteure auf der Bühne immer Prominenter. Aus ganz Europa reisten Spitzenmusiker der Sinti Community an. Leider wurden auch die Auflagen der Stadt Koblenz immer umfangreicher, sodass das einst geplante Familientreffen immer mehr schrumpfte und nur noch wenige Gäste mit ihren Wohnwagen einen Standplatz am Sportplatz Asterstein fanden. Inzwischen sind die Söhne die Organisatoren und die Liebhaber des Sintijazz können sich im Sommer auf ein weiteres Spektakel auf dem Sportplatz Asterstein freuen.

Das hätte auch dem Gründer Sascha Reinhard gefallen, der am 16.Januar auf dem Friedhof in Koblenz Asterstein seine letzte Ruhe fand. Weit über hundert Familienmitglieder, viele Freunde und zahlreiche Weggefährten waren gekommen, um Abschied zu nehmen. Der Europaabgeordnete Romeo Franz aus Ludwigshafen und sein Sohn Sunny, zwei erfolgreiche Geigen-Virtuosen begleiteten die Trauerfeier musikalisch. Später gabs noch ein Konzert mit den besten Gitarristen aus der Familie, unter anderen mit Jermaine, Mike und Lulo Reinhardt.

Den Weg aus der Leichenhalle zum Grab hatte die Familie mit roten Herzluftballons und Rosenblättern geschmückt. Zum Grab, unweit der 2023 gestorbenen Koblenzer Bürgermeistern Marie Theres Hammes-Rosenstein, trugen die Söhne den schweren Mahagonisarg. Dort standen auch neben der engsten Familie, die Mitglieder der Reinhard Elf, die ein letztes Mal ihren Vereinssong sangen. Ein bewegender Moment für die große Anzahl von Trauergästen, die den letzten Weg von einer Musiker Legende begleiteten. (mabe) – Fotos: Marlies Becker

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