WISSEN – Wir werden in Kontakt bleiben

WISSEN – Wir werden in Kontakt bleiben

„Es war wieder ein wunderschönes, aber leider auch sehr trauriges Wochenende.“ So fasste ein englischer Gastgeber fünf Tage erlebnisreicher Begegnungen zwischen Bürgern aus Letchworth, Wissen und – aus besonderem Anlass – auch von Chagny zusammen. Was war passiert? Der Partnerschaftsausschuss der Stadt Letchworth muss das Ende seines Bestehens bekanntgeben. Leider ließ sich niemand mehr für die Arbeit im Vorstand des Vereins finden. Damit enden zunächst einmal auch die organisierten Partnerschaftsbesuche zwischen Letchworth und den Städten in Deutschland und Frankreich.

Dies zu verkünden, fiel John Grgory, der sich über Jahrzehnte mit Begeisterung für die Partnerschaft engagierte, sehr schwer. Tiefbewegt erinnerte er noch einmal an den Beginn der Städtepartnerschaften mit Chagny (1978) und Wissen (1983), woraus sich gleichzeitig eine bis heute lebhafte „Dreiecksbeziehung“ entwickelte. Er erinnerte an die vielen tollen Momente und fantastischen Begegnungen. Und mit großem Bedauern schilderte er die jetzige Situation des Vereins.

Diesem Bedauern schloss sich Arnim Hammann, Präsident des Internationalen Clubs Wissen (ICW), an. Er brachte aber zugleich die Hoffnung zum Ausdruck, dass in Zukunft junge Leute den Gedanken der Partnerschaft wieder aufrufen und die gegenseitigen Besuche wieder anstoßen. Aber auch bis dahin sollten die entstandenen Kontakte weiterhin bestehen bleiben, die Freundschaften gepflegt werden, waren sich John Gregory und Arnim Hammann einig.

Im Namen der Wissener Bürger sprach Kathrin Salveter den Organisatoren der Partner-schaftsbesuche ein herzliches Dankeschön aus und sie fügte hinzu: „Ich bin sicher, dass ich damit auch im Namen von Bürgermeister Neuhoff sprechen kann. Von ihm weiß ich, dass er sich sehr den Fortbestand der Städtepartnerschaften wünscht.“

Schließlich – so der allgemeine Tenor – gingen Partnerschaftsbesuch weit über die anonymen touristischen Besuche in fremden Ländern hinaus. „Hier treffen sich Familien, hier treffen sich Freunde.“ Und da wird nicht nur über das Wetter oder Fußball gesprochen, da werden auch schon mal heiße politische oder wirtschaftliche Themen diskutiert.

Natürlich standen an diesem „schönen“ Wochenende auch wieder Besichtigungen auf dem Programm. Am Samstag ging es für die deutschen und französischen Besucher und ihre Gastgeber zu den „Historischen Docks von Chatham“. Von 1585 bis 1984 unterstützten diese Werften die britische Marine. In den gigantischen Gebäuden der Docks erhielten die Be-sucher einen historisch genauen Einblick in den damaligen Hafenalltag, und im Museums-hafen konnten drei Kriegsschiffe erkundet werden. In der Seilerei, in der früher Taue gefertigt wurden, konnten auch die jüngsten der Besuchergruppe einmal selbst Hand anlegen, und so einen kleinen Eindruck von diesem Handwerk bekommen.

Freitags zog es die meisten deutschen Gäste – unter persönlicher Führung ihrer englischen Freunde – in die englische Hauptstadt London. Wobei nicht nur die allseits bekannten Sehenswürdigkeiten angesteuert wurden. Andere besuchten mit ihren Gastgebern „Wrest Park“ – einen der vielen beeindruckenden Landschaftsgärten in England.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Partnerschaftstreffens waren sich schließlich einig: „So soll es auch bleiben! Diese gemeinsamen Treffen und Unternehmungen dürfen mit diesem Wochenende nicht enden.“ Sie wollen damit weiterhin das erfüllen, was in der Gründungsurkunde der „Partnerschaft Wissen – Letchworth“ formuliert ist: „Sie (die beiden Gemeinwesen) wünschen, daß diese freundschaftliche Bindung zwischen Wissen und Letchworth eine tiefe und fruchtbare wird.“ Bereits vor Ort und auf der Rückfahrt wurden neue Ideen entwickelt, neue Möglichkeiten diskutiert, wie diese Partnerschaft fortgesetzt werden kann. „Wir wollen in Kontakt bleiben!“ Das ist der Wunsch aller. Vielleicht war ja das Pub als Veranstaltungsort des letzten gemeinsamen Treffens dafür genau richtig gewählt. Es trägt den Namen „The Three Horseshoes“ – „Die drei Hufeisen“.

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