Westerwaldkreis baut Bevölkerungswarnung aus – 220 Sirenen bereits errichtet
Selters. Wie werden Menschen bei einem größeren Brand, einem schweren Unwetter oder einer anderen Gefahrenlage möglichst schnell gewarnt? Im Westerwaldkreis sollen künftig neben den stationären Sirenen auch spezielle Warnfahrzeuge zum Einsatz kommen. Der dafür eingerichtete Warnzug hat jetzt in Selters erstmals den Ernstfall geprobt.
Der Westerwaldkreis hat den Warnzug gemeinsam mit seinen zehn Verbandsgemeinden aufgebaut. Er besteht aus zwei Teileinheiten, Nord und Süd. Bei der ersten gemeinsamen Übung unter Leitung von Zugführerin Lisanne Wüst und Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich ging es vor allem darum, die vorgesehenen Abläufe zu trainieren und die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte zu verbessern.
36 Warnfahrzeuge mit festgelegten Routen
Für den Ernstfall sind insgesamt 36 Warnfahrzeuge eingeplant. Sie sollen auf vorher festgelegten Strecken durch die Gemeinden fahren und die Bevölkerung über Lautsprecher informieren. Dafür wurden bereits 2023 mobile Sirenenwarnanlagen mit Durchsagemöglichkeit für alle zehn Verbandsgemeinden beschafft.
Welche Gebiete die Fahrzeuge anfahren, ist in einem gemeinsamen Alarm- und Einsatzplan geregelt. So können bei einer Gefahrenlage nicht nur Warnsignale abgegeben, sondern auch konkrete Informationen und Verhaltenshinweise an die Menschen weitergegeben werden.
Digitales Sirenennetz soll bis Ende 2027 fertig sein
Parallel zum mobilen Warnzug baut der Westerwaldkreis seit August 2023 ein digitales Sirenennetz auf. Von den geplanten rund 250 Sirenen sind nach Angaben der Kreisverwaltung inzwischen 220 errichtet worden. Bis Ende 2027 soll das gesamte Netz fertiggestellt sein.
Die Kosten für das stationäre Sirenennetz belaufen sich auf rund vier Millionen Euro. Zwei Drittel davon übernimmt der Westerwaldkreis, der auch für die spätere Unterhaltung zuständig ist.
Die mobilen Warnfahrzeuge sollen das Sirenennetz ergänzen. Während die fest installierten Sirenen großflächig vor Gefahren warnen, können die Fahrzeuge gezielt einzelne Wohngebiete anfahren und dort zusätzliche Informationen übermitteln.
Landrat Klaus Lütkefedder betonte die Bedeutung einer schnellen und zuverlässigen Bevölkerungswarnung. Zugleich dankte er den ehrenamtlichen Einsatzkräften, die sich auf diese Aufgaben vorbereiten.
Quelle: Kreisverwaltung Westerwaldkreis, Pressemitteilung vom 29. Oktober 2026.
















