SCHÜRDT – Die Bio-Pioniere aus dem Westerwald
SCHÜRDT – Die Bio-Pioniere aus dem Westerwald
Schürdt. Keine Transporte um die halbe Welt, keine unklare Produkt-Herkunft, keine Massenware – dafür Regionalität pur, ein absolutes nachhaltiges Wirtschaften und noch dazu wunderbare Geschmackserlebnisse: Für all das (und noch ein bisschen mehr) steht der Biolandhof Schürdt, der vor etwas mehr als 40 Jahren in Person von Anette und Konrad Mockenhaupt eine Vorreiter-Rolle im Landkreis Altenkirchen eingenommen hat. Mit Tochter Caroline Giese als Geschäftsführerin steht seit einigen Monaten die nächste Generation in der Verantwortung. Und wenn damit auch neue Ideen und frische Impulse verbunden sind, ändert dieser Wechsel doch nichts an der bewährten Firmenphilosophie.
Davon überzeugte sich jetzt noch einmal Landrat Dr. Peter Enders bei einem Besuch in Schürdt, wobei er von Wirtschaftsförderer Lars Kober, Bürgermeister Fred Jüngerich sowie Ratsmitglied Falk Ostermann in Vertretung von Ortsbürgermeister Torsten Saynisch begleitet wurde. Ein Besuch, der zeigte, mit welcher Leidenschaft und Überzeugung das Team seinen Weg abseits konventioneller Pfade geht und der zugleich eindrucksvoll vor Augen führte, wie lückenlos der Biohof vom eigenen Anbau bzw. der Tierhaltung bis zur Vermarktung der Produkte aufgestellt ist.
Inzwischen werden in und rund um Schürdt ca. 140 ha bewirtschaftet, einhergehend damit hat es in den vergangenen Jahren zahlreiche Investitionen gegeben: Auf den Felder werden Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut, nebenan grasen die Rinder auf der Weide, während sich auf dem Hof selbst Schweine in ihrem Außenstall sichtlich wohl fühlen. Was nicht vor Ort selbst erzeugt wird, kommt von regionalen Partnern, sodass sich der Biolandhof mit Fug und Recht als Vollsortimenter bezeichnen kann. Denn wer erstmals den Hofladen betritt, wird allein schon wegen der Größe mit einem „Wow-Effekt“ konfrontiert: Hier gibt es alles, was das Bio-Herz begehrt – von Obst und Gemüse über Fleisch und Käse bis zu Weinen, Naturkosmetik und Geschenkideen.
Das Konzept dahinter ist denkbar einfach: „Unsere Kundinnen und Kunden, die teilweise längere Anfahrten auf sich nehmen, sollen sich darauf verlassen können, dass sie bei uns wirklich ein komplettes Sortiment finden“, erläutert Caroline Giese. Dabei muss man als überzeugter Fan von Bio-Produkten gar nicht mal die Fahrt bis nach Schürdt auf sich nehmen. Schon vor Jahren hat die jetzige Geschäftsführerin einen Online-Shop mit eigenen Lieferservice eingerichtet. Wöchentlich wird mit eigenen Fahrzeugen die gesamte Region zwischen den Autobahnen 3 und 45 beliefert. Die Kunden sind nicht nur Endverbraucher, sondern auch Firmen, die im Rahmen eines Gesundheitsmanagements auf regionale Produkte statt auf Discounter-Ware setzen.
Wer eine solche Logistik vorhält – man mag er erahnen -, der hat in Zeiten wie diesen, natürlich auch gewisse Probleme: „Dem Plus beim Umsatz stehen die deutlich gestiegenen Energiepreise gegenüber“, hatte Konrad Mockenhaupt den Gästen schon zu Beginn des Rundgangs berichtet. Dennoch verzichtet der Biolandhof darauf, diese Preissteigerungen an seine Kunden weiterzugeben, weiß man doch sehr genau, dass auch dort die finanziellen Spielräume nicht größer werden.

Foto: Vonseiten der Ortsgemeinde hatte Falk Ostermann (l.) dem Betrieb eine junge Linde mitgebracht, als Symbol für ein gesundes Wachsen; weiter im Bild (v.l.): Dr. Peter Enders, Caroline Giese, Konrad Mockenhaupt, Fred Jüngerich und Lars Kober.
















