RHEINLAND-PFALZ – ver.di-Fraktion der Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz fordert ebenfalls Abbruch der Mitgliederbefragung

RHEINLAND-PFALZ – ver.di-Fraktion der Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz fordert ebenfalls Abbruch der Mitgliederbefragung – ver.di distanziert sich von kursierender Karikatur im Netz

Die ver.di-Fraktion der Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz hat heute einen offenen Brief an den Vorstand der Landespflegekammer versandt. Darin fordert sie den sofortigen Abbruch der laufenden Mitgliederbefragung zur Zukunft der Pflegekammer. LINK ZUM OFFENEN BRIEF. Der offene Brief, unterzeichnet vom Geschäftsführer der ver.di-Fraktion und Vorstandsmitglied der Landespflegekammer, Sebastian Tensing, macht deutlich, dass die Befragung in ihrer derzeitigen Form gravierende technische, organisatorische und methodische Mängel aufweist. Eine verlässliche Willensbildung der Pflegefachpersonen sei unter diesen Bedingungen nicht möglich.

Konkret berichten zahlreiche Mitglieder über fehlenden oder eingeschränkten Zugang zur Befragung, wiederkehrende technische Fehler sowie eine uneinheitliche Behandlung bei der Behebung dieser Probleme. Zudem wurden während der laufenden Befragung nachträglich Änderungen am Fragenkatalog und dessen Antwortoptionen vorgenommen – ein Vorgehen, das grundlegenden Standards widerspricht und die Aussagekraft der Ergebnisse erheblich in Frage stellt.

Vor diesem Hintergrund fordert die ver.di-Fraktion neben dem sofortigen Abbruch der Befragung insbesondere die vollständige Transparenz über die technische und organisatorische Durchführung, eine umfassende Offenlegung der aufgetretenen Fehler sowie der Gegenmaßnahmen, die Dokumentation sämtlicher nachträglicher Änderungen am Befragungsverfahren und die Löschung der bislang erhobenen Daten.

„Ein Festhalten an der derzeitigen Befragung würde den Vertrauensverlust in die Landespflegekammer weiter verschärfen“, erklärt Sebastian Tensing. „Ein geordnetes, faires und transparentes Verfahren ist die Voraussetzung dafür, dass die Stimme der Pflegefachpersonen tatsächlich gehört wird.“

Silke Präfke, ebenfalls Mitglied des Vorstands der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und Teil der ver.di-Fraktion, ergänzt: „Die Vielzahl an Rückmeldungen aus der Praxis zeigt deutlich, dass ich die aktuelle Durchführung der Befragung nicht akzeptieren kann. Die anhaltenden technischen Probleme und immer neuen Störungen lassen derzeit nicht erkennen, welchen Einfluss sie auf das Ergebnis haben. Deshalb sehe ich einen Abbruch der Befragung als einzige verantwortbare Option. Gerade bei einer so grundlegenden Frage zur Zukunft der Kammer brauchen die Pflegefachpersonen ein Verfahren, dem sie vertrauen können – das ist aktuell nicht gegeben.“

Die ver.di-Fraktion kündigt an, die Thematik kurzfristig in die Vertreterversammlung einzubringen und weitere Schritte – einschließlich rechtlicher Prüfungen – ausdrücklich zu prüfen. ver.di distanziert sich von kursierender Karikatur.

Im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um die Landespflegekammer RLP ist in den sozialen Medien eine Karikatur im Umlauf, in der unter anderem das ver.di-Logo verwendet wird. Die Karikatur soll wohl unter anderem den Präsidenten und die Vizepräsidentin der Landespflegekammer darstellen, die Abstimmzettel für ungültig erklären und in einen Reißwolf stecken. Hierzu stellt der ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland klar: Die Karikatur steht in keinerlei Zusammenhang mit ver.di. Sie wurde ohne Kenntnis und ohne Zustimmung der Gewerkschaft erstellt und verbreitet. ver.di distanziert sich ausdrücklich von Inhalt und Darstellung dieser Abbildung.

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