RHEINLAND-PFALZ – Teilzeit ist ein Recht, kein Luxus: Wer sie angreift, verdrängt Beschäftigte und zementiert Ungleichheit

RHEINLAND-PFALZ – Teilzeit ist ein Recht, kein Luxus: Wer sie angreift, verdrängt Beschäftigte und zementiert Ungleichheit

Die aktuellen Forderungen aus der CDU, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, sind ein Angriff auf die Selbstbestimmung von Beschäftigten. Teilzeit ist für viele kein Freizeitmodell, sondern die einzige Möglichkeit, Arbeit, Kinderbetreuung und Pflege zu organisieren. Wer den Anspruch beschneidet, verdrängt Menschen aus dem Arbeitsmarkt oder drängt sie in prekäre Scheinlösungen.

In der Realität wird Carearbeit in nahezu allen Fällen von Frauen übernommen. Ein Angriff auf Teilzeit trifft deshalb Frauen besonders hart, verschärft die Lohnlücke und bremst berufliche Entwicklung. Teilzeit ist oft für die meisten Frauen die einzige Möglichkeit, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen und nicht die vorgeworfene „Lifestyle-Entscheidung“. Deutlich wird das insbesondere durch den finanziellen Nachteil, der durch Teilzeitarbeit entsteht: dem DGB zufolge hatten im Jahr 2015 39 Prozent der Frauen zwischen 30 und 50 Jahren ein eigenes Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro.

„Wer Teilzeit einschränkt, löst keinen Fachkräftemangel, sondern verdrängt vor allem weibliche Beschäftigte aus guter Arbeit und verschärft ihre Lage sogar. Die Antwort heißt nicht Rechte kürzen, sondern Kitas ausbauen, Pflege entlasten und Arbeitszeiten so gestalten, dass Vollzeit überhaupt möglich ist“, sagt Marion Paul, Landesbezirksleiterin ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland.

ver.di stehen für eine Arbeitswelt, in der Menschen nicht zwischen Einkommen und Fürsorge zerrieben werden. Wer mehr Erwerbsarbeit will, muss die nötigen Voraussetzungen schaffen, nicht die Rechte streichen.

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