RHEINLAND-PFALZ – Rheinland-Pfalz stärkt die Aufarbeitung queerer Geschichte
RHEINLAND-PFALZ – Rheinland-Pfalz stärkt die Aufarbeitung queerer Geschichte – Bätzing-Lichtenthäler – „Wichtige Aufgabe unserer Erinnerungskultur“
Mit Projektmitteln des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend Rheinland-Pfalz hat die Deutsche Gesellschaft für Trans* – und Inter*geschlechtlichkeit (dgti e. V.) eine Pilotstudie zu den Lebensrealitäten queerer Menschen im Nationalsozialismus in Auftrag gegeben. Die Studie gibt bislang wenig erforschten Lebensgeschichten eine Stimme und macht einen wichtigen Teil rheinland-pfälzischer Geschichte sichtbar.
„Die Geschichte von TINA*-Personen ist Teil der Geschichte unseres Landes. Diese Lebensgeschichten sichtbar zu machen, wissenschaftlich zu erforschen und angemessen zu erinnern, ist eine wichtige Aufgabe unserer Erinnerungskultur. Die Pilotstudie ist Teil eines größeren Aufarbeitungsprozesses, den wir in Rheinland-Pfalz mitgestalten. Wir leisten damit auf Landesebene einen konkreten Beitrag zu dem Ziel, historische Erfahrungen sichtbar zu machen, wissenschaftlich zu dokumentieren und daraus Konsequenzen für eine gleichberechtigte Zukunft zu ziehen“, erklärte die rheinland-pfälzische Gleichstellungsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler bei der Vorstellung der Studie am Mittwochabend in Mainz.
Die Studie untersucht erstmals exemplarisch die Lebensrealitäten von trans*, inter*, nicht-binären und agender Menschen, die in Rheinland-Pfalz während des Nationalsozialismus gelebt oder gearbeitet hatten. Die Studie beleuchtet eindrücklich die Verfolgung, Repression und soziale Ausgrenzung, die die Menschen erleiden mussten. Sie zeigt aber auch deren Überlebenswillen und ihre Selbstbehauptung.
Die Pilotstudie knüpft an die bisherige Aufarbeitung queerer Geschichte in Rheinland-Pfalz an. Im Rahmen des Landesaktionsplans „Rheinland-Pfalz unterm Regenbogen“ wurden bereits Forschungs- und Geschichtsprojekte zur Lebenssituation, Verfolgung und Diskriminierung queerer Menschen umgesetzt. Die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat vor großen Herausforderungen gestanden, weil es nur fragmentarische Überlieferungen gab.
„Erinnerungskultur darf nicht dort aufhören, wo die Quellenlage schwierig wird. Gerade die fragmentarische Überlieferung zeigt, wie wichtig es ist, TINA*-Lebensgeschichten weiter zu erforschen, sichtbar zu machen und dauerhaft in der Erinnerungskultur zu verankern“, sagte Petra Weitzel, Vorsitzende der dgti e. V.
„Wir wissen noch nicht genug. Deshalb ist diese Pilotstudie kein Schlusspunkt, sondern ein wichtiger Anfang. Wir wollen weitere Biografien mit Bezug zu Rheinland-Pfalz systematisch erschließen. Ich danke nochmals allen, die an dieser Studie mitgewirkt haben und dazu beitragen, dass aus Forschung dauerhafte Erinnerung werden kann“, so die Ministerin abschließend.
Den Bericht zur Pilotstudie finden Sie auf der Homepage der dgti e.V. unter: https://dgti.org/2026/08/13/verfolgung-benachteiligung-und-lebensrealitaeten-tina-personen-im-nationalsozialismus/


















