RHEINLAND-PFALZ – Projekt „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“ wächst weiter
RHEINLAND-PFALZ – Projekt „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“ wächst weiter – Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich wird zehnter Standort
Hilfe für Frauen, die von sexualisierter oder häuslicher Gewalt betroffen sind – schnell, konkret und vertraulich: Darum geht es im Kern beim Landesprojekt „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“. Heute ist mit dem Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich das bereits zehnte Haus dem Projekt in Rheinland-Pfalz beigetreten. Dazu sagt Frauenministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, die bei der Auftaktveranstaltung aufgrund der parallelen Sitzung des Landtages von der stellvertretenden Abteilungsleiterin Sarah Rahe vertreten wurde: „Ich freue mich, dass wir diese kostenlose, konkrete und vertrauliche Hilfe für Frauen und natürlich auch Männer im Land konsequent weiter ausbauen. Neben dem Schutz ist vor allem die Hilfe für Gewaltbetroffene ein wichtiges Thema. Wenn ein Mensch Schlimmes erleiden muss, muss er sich darauf verlassen können, dass er die Hilfe erhält, die er benötigt.“
„Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“ wirkt auf mehreren Ebenen
Die „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“ bietet Frauen und Männern, die von sexualisierter oder anderer häuslicher Gewalt betroffen sind, ein umfassendes Hilfsangebot aus drei Säulen: eine vertrauliche medizinische Versorgung, auf Wunsch eine vertrauliche gerichtsfeste Sicherung der körperlichen Spuren und eine Weitervermittlung an eine Unterstützungseinrichtung für weitergehende psychosoziale Beratung und Betreuung. Aktuell beteiligen sich insgesamt zehn Kliniken im Land am Projekt, bis zum Herbst dieses Jahres werden es zwölf sein. Das Projekt wird mit rund 280.000 Euro jährlich vom Frauenministerium gefördert. Untersuchungs- und Spurensicherungskits werden mit rund 33.000 Euro jährlich vom Innenministerium finanziert.
„Die ,Vertrauliche Hilfe nach Gewalt‘ bietet Frauen nach einem traumatischen Erlebnis wie einer Vergewaltigung oder nach häuslicher Gewalt eine wichtige und dringend benötigte Unterstützung. Denn gerade Betroffene von sexualisierter oder häuslicher Gewalt können sich danach häufig nicht sofort für eine polizeiliche Anzeige entscheiden. Sie holen sich gerade in diesen Fällen oft nicht die notwendige medizinische und psychosoziale Hilfe – aus Scham oder weil sie befürchten, ein Verfahren zu starten, das sie nicht mehr kontrollieren oder stoppen können. Genau hier setzt die ,Vertrauliche Hilfe nach Gewalt‘ an. Mit dem kostenlosen und an den Klinikstandorten rund um die Uhr erreichbaren Hilfsangebot schließen wir in Rheinland-Pfalz eine Lücke im Hilfesystem“, betont Bätzing Lichtenthäler. „Es muss im Ernstfall auch sichergestellt werden, dass keine wertvolle Zeit für eine gerichtsfeste Sicherung der körperlichen Spuren verloren geht. Neben der Hilfe für die Betroffenen sind daher für mich auch Verbesserungen bei der vertraulichen Spurensicherung sowie bei der Zusammenarbeit von Medizin, Polizei und Beratung wichtige Ziele.“ Informationen für Betroffene und zum Projekt im Internet



















