RHEINLAND-PFALZ – Klinikbeschäftigte fordern am Bedarf orientierte Personalausstattung

RHEINLAND-PFALZ – Klinikbeschäftigte fordern am Bedarf orientierte Personalausstattung.

Bundesweite Protestaktionen am 12. April. Bundesweit protestieren Krankenhausbeschäftigte am Montag, 12. April 2021, für bedarfsgerechte Personalvorgaben. Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland finden sich Beschäftigte der Pflege zahlreicher Kliniken vor Ort zu Protestaktionen zusammen:

Universitätsmedizin Mainz, um 14:30 Uhr am Haupteingang

Knappschaftskrankenhaus Püttlingen, um 11:55 Uhr am Haupteingang

Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich, um 09:00 Uhr am Haupteingang

Klinikum Saarbrücken

Knappschaftskrankenhaus Sulzbach

SHG-Kliniken Sonnenberg

Kreiskrankenhaus St. Ingbert

Kreiskrankenhaus Trier-Saarburg

DRK-Krankenhaus Mettlach

SHG-Klinikum Merzig

SHG-Kliniken Völklingen

Universitätskliniken des Saarlandes

Westpfalzklinikum Kaiserslautern

Westpfalzklinikum Kusel

Städtisches Krankenhaus Primasens

Pfalzklinikum

Anlass ist die zeitgleich stattfindende Bundestagsanhörung zum »Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung«. Die Beschäftigten der Kliniken kritisieren, dass im aktuellen Entwurf erneut keine bedarfsgerechte Personalbemessung auf den Weg gebracht werden soll.

»Die Kolleginnen und Kollegen sind am Ende ihrer Kräfte, und das nicht erst seit der Corona-Pandemie«, betont Veith Stahlheber, Fachkrankenpfleger für Anästhesie- und Intensivpflege und Sprecher des Bündnisses Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz. »Schon seit Jahren machen wir darauf aufmerksam, dass es an allen Ecken und Enden an Kolleg*innen fehlt. Doch bis auf leere Versprechungen und wirkungsglosen Trostpflastern, kommt bei uns in den Kliniken nichts an.« Immer wieder habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zugesagt, für Entlastung zu sorgen. Im Rahmen der konzertierten Aktion Pflege wurden die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat und ver.di damit beauftragt, ein Instrument zur Personalbemessung zu erarbeiten. »Seit über einem Jahr liegt dieses vor, die PPR 2.0. Doch passiert ist damit nichts. Die Geduld der Pflegekräfte ist längst aufgebraucht. Sie haben es satt, sich immer wieder vertrösten zu lassen«, betont Frank Hutmacher, Landesbezirksfachbereichsleiter der Gewerkschaft ver.di. »Die sofortige Einführung der PPR 2.0 ist Spahns letzte Chance, die pflegerische Versorgung unserer Krankenhäuser vor einem Zusammenbruch zu bewahren.«

Um diese Forderung zu unterstreichen, beteiligen sich die Kolleginnen und Kollegen am Montag an einer bundesweiten Foto-Aktion von ver.di. »Wir wollen ein sichtbares Zeichen setzen, dass es so nicht weitergehen kann«, sagt Anja Großmann, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin auf einer pädiatrischen Intensivstation der Universitätsmedizin Mainz und eine der Sprecherinnen des Bündnisses Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz. »Es ist uns unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich unseren Ansprüchen an eine hohe Pflegequalität gerecht zu werden. Die Kolleginnen und Kollegen gehen frustriert und vollkommen ausgebrannt nach Hause. Aus der Not heraus reduzieren viele ihre Arbeitszeit oder flüchten ganz aus dem Beruf, weil sie der ständigen Überlastung physisch und psychisch nicht mehr standhalten können. Wir brauchen dringend die verbindliche Perspektive, dass sich unsere Arbeitsbedingungen verbessern.«

Andernfalls ist zu befürchten, dass die Berufsflucht nach der Pandemie noch weiter an Fahrt aufnimmt. Um diesen herannahenden Zusammenbruch der pflegerischen Versorgung in unseren Krankenhäusern zu verhindern, braucht es dringend Personalvorgaben, die sich am tatsächlichen Pflegeaufwand orientieren und nicht aus Budgetierungsvorgaben resultieren. Das Vorhaben darf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht mit Verweis auf ein noch zu entwickelndes wissenschaftliches Verfahren zur Personalbemessung auf die lange Bank geschoben werden. »Die bestehenden Personaluntergrenzen sind völlig unzureichend und garantieren keine gute Versorgung«, erklärt Michael Quetting, Pflegebeauftragter der Gewerkschaft ver.di. »Deshalb brauchen wir die PPR 2.0 – jetzt!«

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