RHEINLAND-PFALZ – Experten-Dialog zur Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe

RHEINLAND-PFALZ – Experten-Dialog zur Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe – Bätzing-Lichtenthäler – „Sparen allein ist kein ausreichendes Reformziel“

Bessere Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien durch stärkere Vernetzung und verlässlichere Finanzierung: Darum ging es beim Experten-Dialog „Für eine nachhaltige Finanzarchitektur der Kinder- und Jugendhilfe“ in Berlin, bei der die rheinland-pfälzische Familien- und Jugendministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler an einer Diskussion mit dem saarländischen Sozialminister Dr. Magnus Jung sowie dem Geschäftsführer des Bundesverbandes des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, teilnahm. Dabei betonte Bätzing-Lichtenthäler: „Die Kinder- und Jugendhilfe ist Teil einer umfassenden sozialen Infrastruktur. Sie begleitet durch alle Lebensphasen.“ Wenn es nun um notwendige Reformen gehe, sei eines klar: „Sparen als solches ist kein ausreichendes Reformziel.“

Vier Leitlinien zur Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe

In ihrem Statement fokussierte Bätzing-Lichtenthäler auf vier Leitlinien für die Zukunft der Kinder- und Jugendhilfe. Erstens: Wer bestellt, bezahlt – dieser Grundsatz sei unerlässlich. Sie sei dankbar, dass sich die Ministerpräsidentenkonferenz unter rheinland-pfälzischem Vorsitz dieses Themas weiter annehme. Zweitens: Schnittstellen zu anderen Systemen, unter anderem in den Bereichen Schule, Gesundheit oder Arbeit, müssten überprüft werden, um Bedarfe junger Menschen zu decken, die nicht in den Bereich der Kinder- und Jugendhilfe fallen – beispielsweise bei der Inklusion. Drittens: Es brauche neue Finanzierungsformen, insbesondere mit einer Stärkung der Leistungen im Vorfeld der Hilfen zur Erziehung. Viertens: Es brauche eine Strukturreform, an der die Länder beteiligt sind und die die Inklusive Kinder- und Jugendhilfe rechtlich verankert.

Die rheinland-pfälzische Familien- und Jugendministerin betonte: „Wir müssen uns den Reformaufgaben systematisch in einem transparenten Prozess annehmen. Wir müssen den Menschen erklären können, welche Kinder- und Jugendhilfe wir brauchen, welche Hilfestrukturen wir unbedingt erhalten müssen und an welchen Punkten Veränderungen möglich und notwendig sind. Wir müssen unsere Angebote und Strukturen so ausrichten, dass sie junge Menschen befähigen, ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches und gemeinschaftsfähiges Leben zu führen.“

Rheinland-Pfalz übernimmt den Staffelstab

An der Dialogveranstaltung in Berlin, zu der das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz mit dem saarländischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit in die Vertretung des Saarlandes beim Bund geladen hatte, nahmen rund 60 Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft, Kommunen, Wohlfahrtspflege, Fachorganisationen und Selbstvertretungen teil. Zum Auftakt des Programms standen Impulsvorträge von Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, und Dr. Sven-Olaf Obst, Abteilungsleiter im Bundesfamilienministerium, in Vertretung für die Staatssekretärin Dr. Petra Bahr. Nach Niedersachsen hatte in diesem Jahr das Saarland die Federführung der Veranstaltung. Für die nächste Veranstaltung wird diese auf Wunsch von Ministerin Bätzing-Lichtenthäler auf Rheinland-Pfalz übergehen.

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