RHEINLAND-PFALZ – Ausbau der „Vertraulichen Hilfe nach Gewalt“: Klinikum Ludwigshafen schließt sich an
RHEINLAND-PFALZ – Ausbau der „Vertraulichen Hilfe nach Gewalt“: Klinikum Ludwigshafen schließt sich an
Schnelle, konkrete und vertrauliche Unterstützung für Menschen, die von sexualisierter oder häuslicher Gewalt betroffen sind, dafür steht das Landesprojekt „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“. Mit dem Beitritt des Klinikums der Stadt Ludwigshafen wächst das Netzwerk weiter. Frauenministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler erklärt dazu: „Es ist ein starkes Signal, dass wir dieses niedrigschwellige und kostenfreie Unterstützungsangebot in Rheinland-Pfalz kontinuierlich erweitern. Gewaltbetroffene brauchen nicht nur Schutz, sondern vor allem verlässliche Hilfe in einer schwierigen Situation. Wer Gewalt erlebt hat, muss darauf vertrauen können, schnell die Unterstützung zu erhalten, die erforderlich ist.“
Die medizinische Geschäftsführerin des Klinikums Ludwigshafen, Dr. Eefje Barber, betont: „Als Teil des Netzwerks stehen am Klinikum Ludwigshafen rund um die Uhr speziell geschulte Teams zur Verfügung, die nicht nur auf die medizinischen, sondern auch auf die seelischen Bedürfnisse der Betroffenen eingehen. Es ist für uns entscheidend, dass Opfer von häuslicher oder sexualisierter Gewalt nicht alleingelassen werden – diese Verantwortung, die weit über die Behandlung sichtbarer Verletzungen hinausgeht, ist für uns elementar.“
„Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“, ein wichtiger Baustein im Hilfesystem
Die „Vertrauliche Hilfe nach Gewalt“ bietet Frauen und Männern, die von sexualisierter oder anderer häuslicher Gewalt betroffen sind, ein umfassendes Hilfsangebot aus drei Säulen: eine vertrauliche medizinische Versorgung, auf Wunsch eine vertrauliche gerichtsfeste Sicherung der körperlichen Spuren und eine Weitervermittlung an eine Unterstützungseinrichtung für weitergehende psychosoziale Beratung und Betreuung. Aktuell beteiligen sich insgesamt zehn Kliniken im Land am Projekt, bis zum Herbst dieses Jahres werden es zwölf sein. Das Projekt wird mit rund 280.000 Euro jährlich vom Frauenministerium gefördert. Untersuchungs- und Spurensicherungskits werden mit rund 33.000 Euro jährlich vom Innenministerium finanziert.
„Mit der ‚Vertraulichen Hilfe nach Gewalt‘ schaffen wir ein wichtiges Unterstützungsangebot insbesondere für Frauen, die sexualisierte oder häusliche Gewalt erlebt haben. Viele Betroffene sind unmittelbar nach einer solchen traumatischen Erfahrung nicht bereit, Anzeige zu erstatten. Aus Scham, Unsicherheit oder der Sorge vor den Folgen eines Strafverfahrens nehmen sie deshalb häufig weder medizinische noch psychosoziale Hilfe in Anspruch. Genau an diesem Punkt setzt unser Angebot an: Ohne Beteiligung der Polizei ermöglicht es eine kostenlose, vertrauliche und rund um die Uhr verfügbare Unterstützung an den beteiligten Klinikstandorten. Damit schließen wir in Rheinland-Pfalz eine wichtige Versorgungslücke. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass körperliche Spuren rechtzeitig und gerichtsfest gesichert werden, damit Betroffene sich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch für rechtliche Schritte entscheiden können. Deshalb sind mir neben der unmittelbaren Hilfe für die Betroffenen auch eine verlässliche vertrauliche Spurensicherung sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Medizin und Beratungsstellen besonders wichtig. Gleichzeitig ist ein wichtiger Baustein des Projekts, dass dieselben Standards bei der Spurensicherung auch in den Fällen angewandt werden, in denen die Betroffene Anzeige bei der Polizei erstattet“, betont Bätzing-Lichtenthäler.
Informationen für Betroffene und zum Projekt im Internet – Weitere Informationen beispielsweise zu den teilnehmenden Krankenhäusern, dem konkreten Ablauf der Hilfen sowie Hinweise und Tipps für Betroffene finden sich im Internet unter: www.vertraulichehilfe.rlp.de

















