RHEINLAND-PFALZ – Armutsquote steigt – Paritätischer warnt vor sozialer Abwärtsspirale

RHEINLAND-PFALZ – Armutsquote steigt – Paritätischer warnt vor sozialer Abwärtsspirale

Die Armut in Deutschland nimmt wieder zu, während soziale Sicherheiten politisch unter Druck geraten. Das zeigt der neue Paritätische Armutsbericht „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“. Bundesweit leben 13,3 Millionen Menschen in Armut. Die Armutsquote liegt bei 16,1 Prozent und erreicht damit ihren Höchststand seit Beginn des betrachteten Zeitraums im Jahr 2020.

Auch in Rheinland-Pfalz verschlechtert sich die Situation. Die Armutsquote stieg von 15,6 Prozent im Jahr 2024 auf 15,9 Prozent im Jahr 2025. Damit liegt Rheinland-Pfalz zwar weiterhin knapp unter dem Bundesdurchschnitt, doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Nach einem Tiefstand von 12,3 Prozent im Jahr 2023 ist die Armutsquote innerhalb von zwei Jahren deutlich angestiegen.

„Obwohl die Armutsquote in Rheinland-Pfalz aktuell noch knapp unter dem Bundesdurchschnitt liegt, greift eine rein landesweite Betrachtung zu kurz“, erklärt Ralph Stappen, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Paritätischen Rheinland-Pfalz/Saarland. „Nach dem kurzzeitigen Rückgang im Jahr 2023 ist die Quote wieder deutlich gestiegen. Das zeigt: Die soziale Lage bleibt angespannt und die Entwicklung verläuft besorgniserregend.“

Bundesweit besonders betroffen sind ältere Menschen, Alleinlebende und Alleinerziehende. Bei Menschen ab 65 Jahren liegt die Armutsquote bei 19,5 Prozent, bei Alleinlebenden bei 30,3 Prozent, bei Alleinerziehenden bei 28,9 Prozent. In diesen Lebenslagen ist damit nahezu jede dritte Person von Armut betroffen.

Regionale Unterschiede innerhalb des Landes

Ein Blick auf Rheinland-Pfalz zeigt zudem erhebliche regionale Unterschiede. Besonders deutlich sticht die Region Trier hervor: Mit einer Armutsquote von 21,4 Prozent liegt sie deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent.

„Armut ist keine abstrakte Kennzahl. Sie wird vor Ort sichtbar – in Städten, Regionen und Lebenslagen“, betont Stappen. „Gerade deshalb braucht es differenzierte Antworten und eine soziale Infrastruktur, die auch dort trägt, wo die Belastung besonders hoch ist.“

Appell gegen soziale Kürzungen

Der Paritätische Rheinland-Pfalz/Saarland warnt deshalb nachdrücklich vor weiteren Einschnitten bei sozialen Leistungen. Gerade in Regionen mit hoher Armutsbetroffenheit ist eine verlässliche soziale Infrastruktur unverzichtbar.

„Wer soziale Leistungen kürzt, verschärft bestehende Problemlagen und gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so Stappen weiter. „Wir brauchen armutsfeste Sozialleistungen, auskömmliche Erwerbseinkommen, bezahlbares Wohnen sowie starke Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort.“

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