REGION – Jenny Groß, MdL und Dr. Matthias Reuber, MdL – Länderübergreifendes Wolfsmanagement im Westerwald dringend stärken

REGION – Jenny Groß, MdL und Dr. Matthias Reuber, MdL – Länderübergreifendes Wolfsmanagement im Westerwald dringend stärken

Die jüngsten Wolfsübergriffe rund um den Jahreswechsel im Westerwald zeigen erneut deutlich, wie angespannt die Lage für Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter in der Region ist. Innerhalb kurzer Zeit kam es zu mehreren Vorfällen, die nicht auf ein einzelnes Bundesland begrenzt sind, sondern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen gleichermaßen betreffen.

„Der Westerwald ist ein zusammenhängender Natur- und Wirtschaftsraum. Wölfe orientieren sich nicht an Landesgrenzen – unser politisches Handeln darf das daher auch nicht“, betonen Jenny Groß, Mitglied des Landtags von Rheinland-Pfalz, und Dr. Matthias Reuber. Die aktuellen Ereignisse seien keine isolierten Einzelfälle, sondern Ausdruck einer dynamischen Entwicklung, die ein abgestimmtes, länderübergreifendes und konsequentes Wolfsmanagement erforderlich mache.

Groß und Reuber haben daher eine parlamentarische Anfrage an die Landesregierung gerichtet. Darin thematisieren sie insbesondere die Gefährdung von Weidetieren, mögliche Risiken für den Menschen sowie die bestehende Zusammenarbeit der betroffenen Bundesländer im Wolfsmonitoring, Wolfsmanagement und in der Schadensprävention.

„Für die betroffenen Tierhalterinnen und Tierhalter ist die Situation hoch belastend – emotional wie wirtschaftlich. Sie erwarten zu Recht klare Zuständigkeiten, transparente Verfahren und wirksame Maßnahmen“, so Groß. Dazu gehöre auch eine offene Debatte über den Umgang mit auffälligen Wölfen, insbesondere bei wiederholten Übergriffen.

Dr. Reuber ergänzt: „Es braucht einheitliche Kriterien dafür, wann ein Wolf als auffällig gilt, und abgestimmte Verfahren zur Entnahme, wenn alle anderen Maßnahmen nicht greifen. Unterschiedliche Regelungen und Bewertungen in den einzelnen Bundesländern führen zu Unsicherheit und Akzeptanzproblemen vor Ort.“

Mit ihrer Anfrage wollen Groß und Reuber klären, welche rechtlichen Möglichkeiten zur Entnahme auffälliger Wölfe bereits heute bestehen, nach welchen Kriterien diese eingestuft werden und ob diese Kriterien länderübergreifend abgestimmt sind. Gleichzeitig fordern sie eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

„Nur mit einer gemeinsamen Strategie können wir den Schutz der Weidetiere, die berechtigten Interessen der Landwirtinnen und Landwirte und den Artenschutz in Einklang bringen“, so Groß und Reuber abschließend.

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