PRACHT – Umfangreiches ehrenamtliches Engagement – Naturtage und Apfelernte
PRACHT – Umfangreiches ehrenamtliches Engagement – Naturtage und Apfelernte – Achtsamkeit und Natur – bei Kloster Hassel im September und Oktober 2026
Die Naturtage, fanden traditionell wieder im September und Oktober beim Kloster Hassel statt. Es stand auch dieses Mal die Birkenbach-Aue unterhalb des Klosters im Fokus des Wirkens der ehrenamtlich Helfenden.
Die Birkenbach-Aue ist ein sehr artenreiches Biotop. Die feuchten Wiesen beherbergen eine an die speziellen Bedingungen angepasste Vegetation. Auch um diese für künftige Generationen zu bewahren, werden regelmäßig Verbuschungen, die sich zu Dominanzbeständen entwickeln, entfernt. Forstwirt und Landschaftspfleger Roland Steinwarz wirkt hier regelmäßig mit Ehrenamtlichen, aber nur einmal jährlich sind die Naturtage. Die Aufmerksamkeit lag auch dieses Jahr auf der Auslichtung des Adlerfarns (Niederlegen mit Heugabeln) und der Zurückdrängung des Brombeergestrüpps auf den Wiesen.
Zur Freude der Ehrenamtlichen war das umfangreiche Wirken der letzten Zeit noch nachhaltig spürbar, was die überwiegend jüngeren Helfenden antrieb, wiederum dieselben Methoden anzuwenden. Darüber hinaus entschlammten Teilnehmende den Laichtümpel und erneuerten das Geflecht aus Hasel zum Schutze des Tümpels etwa vor Wildschweinen, um den wertvollen Bestand der Amphibien wie zum Beispiel der Gelbbauchunke zu sichern.
Darüber hinaus freuten wir uns, dass am Morgen des ersten Tages wieder der sehr engagierte Ausbilder der Forstwirte, Vladimir Ksimitov, von Landesforsten in Altenkirchen mit seinen hochmotivierten Auszubildenden gewonnen werden konnte.
Dieses Mal zeigten sie uns insbesondere Profi-Geräte für die Forstwirtschaft wie Profi-Kettensägen, Kombi-Freischneider mit verschiedenen Blättern für unterschiedliche Maßnahmen und dazu sehr auf Ergonomie bedachte Tragegurte auch für die Arbeit über mehrere Stunden. Von den handwerklichen Gerätschaften ist zum Beispiel der Fällheber zu nennen mit dem gefällte und entastete Bäume bis zu einem bestimmten Durchmesser auf Zug einfach gedreht werden können.
Bei der Vorführung merkte man, dass die jungen Leute die Ausbildung nicht nur gerne machen, sondern durchweg eine exzellente Fachkompetenz aufweisen. Deutlich wurde, dass bei der Ausbildung die Unfallverhütung und der Arbeitsschutz sehr ernst genommen werden und die Sicherheitsvorkehrungen im Bewusstsein der Jugendlichen tief verankert sind. Alle meinten auf unsere Fragen hin, sie würden genau diese Ausbildung wieder wählen und schön war zu hören, dass bei Landesforsten gute berufliche Zukunftsperspektiven bestehen.
Es wurde verabredet, diese erfolgreiche Kooperation mit Landesforsten fortzusetzen.
Am Nachmittag des übernächsten Tages erwarteten wir wieder einen fesselnden Vortrag mit anschließender Exkursion durch Monika Runkel, der Försterin des Jahres 2025 und Leiterin des Forstamtes Hachenburg und des Waldbildungszentrums sowie durch Förster Siegfried Rohs, wovon in diesem Rahmen nur eine kurze Zusammenfassung einiger Aspekte gegeben werden kann:
Roter Faden des Vortrags war das Thema Wasser. „Wasser braucht den Wald und
Wald braucht das Wasser“. Ohne Wasser gibt es kein Leben wie wir es kennen. Unsere zusammenhängenden Wälder sind kleiner geworden und werden weiterhin kleiner. Mitbedingt durch den Temperaturanstieg wird das Waldinnenklima verändert, die Hitze kann in die kleinen Wälder leicht eindringen. Gesunde Wälder brauchen es aber kalt und feucht. Die Frage stellt sich, wie ein Wald wieder besser Wasser speichern kann und verlorenen Humus wieder ersetzen kann. Früher gab es sehr viel Wasser auch in den Wäldern. Entwässerungsgräben erlaubten den schnellen Abfluss. Das sollte heute passé sein. Ein praktiziertes Modell ist, dass man im Oberlauf den Entwässerungsgraben blockiert und im Graben je nach Bodenbeschaffenheit Schwarzerlen oder Zitterpappeln pflanzt. Deren Laub verrottet sehr schnell und bildet den lebenswichtigen feuchten Humus. Auch die Fahrrinnen der Rüttelgassen, die so im Durchschnitt alle 20 bis 40 Meter angelegt sind, könnten mit diesen Baumarten bepflanzt werden: Wasser sucht ja immer den tiefsten Punkt, damit fließt es durch die Fahrspuren schnell ab und reißt den wertvollen Humus nach unten weg. Der überdüngt dann die Gewässer und bei Starkregenereignissen trägt der schnelle Wasserabfluss zu den bekannten ernsten Folgen bei. Auch mit auf der Fläche verbleibendem Totholz kann u.a. Humus gewonnen werden. Auf den vom Borkenkäfer vernichteten Fichtenflächen sei es sehr nützlich die nun dort gedeihenden Brombeersträucher stehen zu lassen. Dies schütze nicht nur den Boden vor weiterem Austrocknen durch den Sonnen- und Windschutz, sondern biete auch einen Verbissschutz für die rasch aufkeimenden Pionierbäume wie Birke, Holunder, Eberesche und Pappel. Bald gesellten sich erste Buchen und Eichen etc. dazu. Nach wenigen Jahren verschwinde das Brombeergestrüpp wieder von sich aus.
Bei der anschließenden Exkursion, die auch zu einer Fläche oberhalb des Klosters Hassel führte, wo in der beschriebenen Weise verfahren wird, erlebten wir, dass diese Methode sehr gut funktioniert. Ein solches Verfahren benötigt natürlich Geduld, es ist aber im Vergleich zu anderen Methoden, bei denen der Erfolg auch nicht immer garantiert werden kann, kostenmäßig sehr günstig.
Wir freuten uns zu erfahren, dass man auch durch solche Maßnahmen konstruktiv zur Wiedergesundung unserer Wälder einen wertvollen Beitrag leisten kann.
Auch in diesem Jahr fand im Rahmen der jährlichen Naturtage ein gemeinsamer Ortstermin der Vertragsnaturschutzmanagerin des Landkreises Altenkirchen, Frau Linda Bödger, mit Ew. Dhamma Mahatheri, Klosterleitung, und Mitwirkenden im Kloster, wie Roland Steinwarz, Förster Fritz Arendt-Quandt und Heli Weber statt. Dabei wurden die Fortschritte bei der ökologischen Aufwertung des Birkenbachtals begutachtet und lobend als wichtiger Beitrag zum Erhalt und zur Schaffung der biologischen Vielfalt dieses lokalen Kleinodes betont. Die Beratungen und Reflexionen durch Linda Bödger in Kooperation mit Jessica Gelhausen von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises führen nun schon seit vielen Jahren die Ansätze der Renaturierungs- und Grünflächenmaßnahmen in diesem Areal des Hassel-Geländes und führen ersichtlich zu gutem Erfolg.
Vor dem offiziellen Beginn der Naturtage fand die diesjährige Apfelernte auf den Streuobstwiesen des Klostergeländes statt, wo alte Westerwälder Apfelsorten gedeihen, sowie das Pressen zu schmackhaftem Saft und die Abfüllung in Flaschen. Nach dem überaus ertragreichen Jahr 2025 erwarteten wir eine kleinere Ernte, waren aber sehr erstaunt, dass viele Bäume wiederum eine große Anzahl an Äpfeln trugen. Auch hier freute es sehr, dass auch viele jüngere Menschen halfen.
Damit die Arbeiten auch reibungslos voranschreiten konnten, trugen andere Ehrenamtliche durch die Zubereitung geschmackvoller Mahlzeiten zum Gelingen bei. Den zahlreichend erschienenen Ehrenamtlichen gab das achtsame Wirken in der Natur Regeneration und Ruhe, gestützt am Abend durch lebensnahe Klostergespräche mit kurzen Weisheitsgeschichten mit subtilem Humor durch Ew. Dhamma Mahatheri. Wiederum und wie nicht anders zu erwarten, wünschten die Teilnehmenden am Ende der Naturtage und der Apfelernte sich im nächsten Jahr wieder treffen zu wollen. Diese Tage sind zu einer festen Einrichtung geworden.

















