PRACHT – KLOSTER HASSEL – Naturkundliche Exkursion im Birkenbachtal begeistert zahlreiche Teilnehmende

PRACHT – KLOSTER HASSEL – Naturkundliche Exkursion im Birkenbachtal begeistert zahlreiche Teilnehmende

Großes Interesse fand auch in diesem Jahr die weitere naturkundliche Exkursion die der Förderkreis des buddhistischen Klosters Hassel/Pracht unter dem Motto „Flora und Fauna des Birkenbachtals“ organisierte. Als Expertinnen konnten erneut die Naturschutzmanagerin Linda Bödger sowie Jessica Gelhausen von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Altenkirchen gewonnen werden, die den Teilnehmenden die Besonderheiten der einzigartigen Kulturlandschaft näherbrachten.

Umfangreiche Pflege- und Renaturierungsmaßnahmen, die in den vergangenen Monaten von Ehrenamtlichen durchgeführt wurden, haben die Voraussetzungen für eine beeindruckende Wiederbelebung der wertvollen Feuchtwiesen und Offenlandbiotope geschaffen. Die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren kleinräumigen Lebensräumen bietet zahlreichen seltenen Pflanzen- und Tierarten ideale Bedingungen.

So entdeckte die Gruppe interessante Pflanzen wie die Ährige Teufelskralle. Im naturnah mäandrierenden Birkenbach und seiner Aue erläuterten die Expertinnen die faszinierenden Zusammenhänge zwischen Pflanzen und Tieren. So spielt der Große Wiesenknopf als Futterpflanze eine entscheidende Rolle für den seltenen Ameisenbläuling, dessen Raupen einen außergewöhnlichen Entwicklungszyklus in den Nestern von Knotenameisen durchlaufen. In den Tümpeln auf den Talwiesen leben die nur an wenigen Orten vorkommenden Gelbbauchunken, die auf kleine und besonnte Gewässer angewiesen sind. Auch die Bedeutung von Totholz als Lebensraum für Spechte und zahlreiche Insekten wurde anschaulich erklärt.

Gleichzeitig machten die Expertinnen auf Herausforderungen des Naturschutzes aufmerksam. So breiten sich der Adlerfarn oder das invasive Drüsige Springkraut stellenweise stark aus und verdrängen wichtige Pflanzenarten. Doch nicht jede neue Art ist automatisch ein Problem; mancher Neuling fügt sich ein und kann sogar eine Bereicherung darstellen. Aufgrund des Artenrückgangs in großen Teilen des Landes und mit Blick auf die Klimakrise müssen Veränderungen sehr sorgfältig beobachtet und bewertet werden, um die richtigen Handlungswege zu finden.

Beim abschließenden Austausch am Freisitz des Klosters – begleitet von Apfelsaft aus den klostereigenen Streuobstwiesen – nutzten viele Gäste die Gelegenheit, den Expertinnen weitere Fragen zu stellen. Die Exkursion weckte zudem das Interesse neuer Ehrenamtlicher, sich künftig an den regelmäßigen Pflege- und Renaturierungsmaßnahmen zu beteiligen. Denn nur durch kontinuierlichen Einsatz lässt sich der traditionelle Charakter dieser historischen Kulturlandschaft erhalten und die biologische Vielfalt langfristig sichern.

Die nächsten Naturtage im Kloster Hassel finden vom 30. September bis 4. Oktober 2026 statt. Interessierte können sich auch tage- oder stundenweise beteiligen. U.a. die Exkursion am 3. Oktober um 14 Uhr mit Monika Runkel, Leiterin des Forstamtes Hachenburg und „Försterin des Jahres 2025“, und Förster Siegfried Rohs zum Thema „Waldperspektiven in der Klimakrise – exemplarisch am Hasselwald“ verspricht sehr lehrreich zu sein.

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