NAUBERG – Basalt AG will im Naturschutzgebiet Nauberg Basalt abbauen
NAUBERG – Basalt AG will im Naturschutzgebiet Nauberg Basalt abbauen
Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hatte im Dezember 2025 die Normenkontrollklage der Basalt AG gegen das Land Rheinland-Pfalz zur Ausweisung des Naubergs als Naturschutzgebiet aus naturschutzfachlichen Gründen abgelehnt.
Trotz der eindeutigen Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes und der besonders hohen ökologischen Bedeutung dieses Höhenzuges hat die Basalt AG am 22.06.2026 einen Antrag beim Landesamt für Geologie und Bergbau auf Befreiung von den Verbotsvorschriften der Rechtsverordnung über das 425 ha große Naturschutzgebiet „Nauberg“ gestellt. Der Antrag liegt der Naturschutzinitiative e.V. (NI) vor.
„Dieser Antrag ist an Skrupellosigkeit und Rücksichtslosigkeit unseren Wäldern und Lebensgrundlagen gegenüber nicht mehr zu überbieten. Der Schutz des Naubergs und seiner einzigartigen Natur muss hier Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben“, erklärte Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI.
Wälder und Biodiversität schützen
„Der Schutz und die Förderung der Biodiversität sind gemeinsam mit dem Erhalt der alten Wälder und der Lebensräume die wichtigsten Faktoren, um der ökologischen Krise zu begegnen. Im Nauberg bieten insbesondere die Altbaumbestände mit 180 bis 200 Jahre alten Rotbuchen und ein hoher Totholzanteil einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Arten. Denn die Altbäume sind die Stützpfeiler des Ökosystems Wald“, betonten Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI und Harry Neumann.
„Wir brauchen große zusammenhängende Gebiete, in denen sich die Natur ohne menschliche Eingriffe entwickeln kann. Diese sind unverzichtbar für den Schutz der biologischen Vielfalt. Zahlreiche Arten wie Wildkatze, Luchs, Wolf, Biber, Rotwild und Schwarzstorch brauchen ungestörte Rückzugsräume mit hohem Strukturreichtum, die sie nur in großen, ungestörten Gebieten vorfinden. Wir brauchen auch als Menschen Wildnisgebiete, um Natur wieder in ihrer Ursprünglichkeit erfahren zu können und um unsere Sehnsucht nach Unberührtheit zu stillen“, betonte Wildkatzenforscherin Gabriele Neumann von der NI.
Bürgerinitiative „Erhaltet den Nauberg e.V.“
Klaus Wilhelm, Sprecher der BI Erhaltet den Nauberg e.V. appelliert an die Basalt AG:
„Wir haben fast 25 Jahre darum gekämpft, dass kein Abbau an der Welschen Hütte stattfindet. Wir fordern Herrn Ministerpräsidenten Schnieder auf, das Naturschutzgebiet Nauberg mit seinen 425 ha in seiner Gänze als Naturschutzgebiet zu schützen und einem Abbau für immer einen Riegel vorzuschieben. Das OVG Koblenz hat in seinem Urteil vom Dezember 2025 die Normenkontrollklage der BAG abgewiesen. Lassen Sie dieses einmalige Gebiet mit fast 200 Jahre alten Buchen und der hier besonders vorhandenen Lebensräume unangetastet. Sie haben über 50 Jahre den Basaltabbau im Nauberg (Weiße Lay) betrieben, dass muss der Kompromiss für die Natur sein.“
Parteiübergreifend den Nauberg schützen
„Gemeinsam mit den Bürgern der Region werden wir es nicht zulassen, dass der Nauberg aus Profitinteressen zu einem Industriegebiet wird. Dies erwarten wir auch parteiübergreifend von allen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, allen politischen Kräften im Kreis Altenkirchen und im Westerwaldkreis und der neuen Landesregierung. Die Zerstörung von Natur und Landschaft muss aufhören. Die Basalt AG sollte endlich Frieden schließen mit der Natur und sich gegenüber den Menschen und der Natur verantwortungsbewusst verhalten“, so Harry Neumann (NI) und Klaus Wilhelm, Sprecher der Bürgerinitiative „Erhaltet den Nauberg“ e.V.
- Foto1: Harry Neumann/Naturschutzinitiative e.V. (NI), eine der zahlreichen ca. 200 Jahren alten Rotbuchen im NSG Nauberg
- Foto 2: Harry Neumann, der Nauberg ist Lebensraum der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris silvestris)























