MARIENTHAL – Marienthal, ein Wallfahrtsort mit einer über 600-jährigen Geschichte

MARIENTHAL – Marienthal, ein Wallfahrtsort mit einer über 600-jährigen Geschichte – Am 15. September wird hier das Patrozinium-Fest gefeiert

2023 feierte die Wallfahrtskirche Zur Schmerzhaften Mutter Marienthal 600-jähriges Jubiläum. Marienthal im Westerwald gehört als Ortsteil zur Ortgemeinde Seelbach bei Hamm/Sieg. An die Wallfahrtskirche schließt sich ein ehemaliges Kloster an, in welchem bis in die 70er Jahre ein Franziskanerorden ansässig war. Heute werden die Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters durch die Häfner & Peters eGbR vermietet.

Zur Geschichte der Wallfahrt berichtet die Küsterin Beatrix Färber, die wir mit Hw. Pater Joseph Vellapanattu CMI in einem persönlichen Gespräch trafen, das 1423 ein Hirte aus Hamm/Sieg ein Bildnis der Schmerzhaften Mutter schnitzte, welches er unter eine Eiche in Marienthal ausstellte und dieses Bildnis mit der Zeit immer mehr Pilger aufsuchten. Diese fanden vor dem Bildnis Trost, Stärkung und Hilfe, so dass an dem Ort eine erste Kapelle gebaut wurde.

Marienthal ist ein stiller, idyllischer Ort, umgeben von viel Wald. Oberhalb des Klosters befindet sich im Wald ein sehr schöner Kreuzweg, welcher zwischen 1853 und 1869 liebevoll errichtet wurde und zu Gebet und Betrachtung einlädt.

Pater Joseph teilt mit, dass die katholische Kirche am 15. September, welcher dieses Jahr auf einen Dienstag fällt, den Gedenktag der Sieben Schmerzen Mariens begeht. An diesem Tag feiert die Wallfahrtskirche Zur Schmerzhaften Mutter ihr Patrozinium. Wir möchten in diesem Interview erfahren, wie dieses Patrozinium in Marienthal gefeiert wird.

Dazu teilen P. Joseph und Frau Färber mit, dass um 18:00 Uhr ein feierliches Hochamt mit dem leitenden Pfarrer, Dechant Martin Kürten aus Wissen, sowie den Seelsorgern des Seelsorgebereichs Altenkirchen stattfindet. Im Anschluss findet traditionell eine kleine Lichterprozession mit dem Bildnis der Schmerzhaften Mutter statt und daran schließt ein gemütliches Beisammensein bei Gulaschsuppe mit Brot und Getränken an, zu welchem alle Gläubigen und Interessierten herzlich eingeladen sind.

Anlässlich des Interviews in Marienthal fällt uns das Hinweisschild zur Lourdesgrotte auf. Erstmals erschien die Muttergottes in der Grotte von Massabielle in Lourdes, im Südwesten Frankreichs am 11. Februar 1858 der 14-jährigen Bernadette Soubirous und wurde zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Welt. Bernadette Soubirous trat später in ein Kloster ein und wird heute als Heilige verehrt. Die Grotte in Marienthal ist eine Nachbildung der Grotte von Massabielle in Lourdes. Es ist eine liebevoll gestaltete Grotte, ruhig gelegen hinter der Wallfahrtskirche. Diese wurde vor 15 Jahren, am 11. Februar, dem Tag der ersten Marienerscheinung in Lourdes, vom emeritierten Kölner Weihbischof Dr. Klaus Dick feierlich neu eingeweiht und wird gerne besucht, um im stillen Gebet zu verweilen, zu betrachten oder eine Kerze anzuzünden.

Die Wallfahrtskirche Marienthal gehört zum Seelsorgebereich Altenkirchen und wird von drei indischen Patres des Ordens der Karmeliter der Unbefleckten Empfängnis (CMI) betreut, zu welchen auch Hw. P. Joseph gehört.

Nähere Informationen, u.a. zu aktuellen Veranstaltungen der Wallfahrtskirche, können auch der Internetseite https://www.wallfahrtskirche-marienthal.de/ entnommen werden. In der Wallfahrtskirche finden regelmäßig Gottesdienste statt, auch Hochzeiten und Taufen. Bis heute kommen Pilgergruppen aus Pfarreien des Erzbistums Köln und den angrenzenden Bistümern Paderborn und Limburg zur Wallfahrt nach Marienthal. Der Ort bietet auch die Möglichkeit zur Einkehr in verschiedenen Gastronomien.

Heilige Messen finden statt montags, dienstags und freitags um 18:00 Uhr, jeden 1. Samstag im Monat um 09:00 Uhr und sonntags um 12:00 Uhr. Vor der Hl. Messe am Sonntag besteht die Möglichkeit das Sakrament der Hl. Beichte zu empfangen. Auch das Rosenkranzgebet wird in Marienthal gepflegt, welches besonders in Lourdes von der Muttergottes empfohlen wurde, sowie die Eucharistische Anbetung am Wochenende. Dazu sind ebenfalls nähere Informationen auf der Internetseite der Wallfahrtskirche zu finden. (Werner Klak)

Beitrag teilen