KREIS ALTENKIRCHEN – Sprache beobachten – Sprache fördern
KREIS ALTENKIRCHEN – Sprache beobachten – Sprache fördern
Die Erkenntnis, dass Sprache der Schlüssel zur Welt ist, hat schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Schriftsteller und Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt niedergeschrieben. 200 Jahre später ist aus dieser Feststellung längst ein Auftrag geworden – auch und gerade für alle Fachkräfte in den Kindertagesstätten. Frühkindliche Bildung und Förderung gelingt nur über Sprache – und so ist nur konsequent, dass sich die beiden Fachtage des Kreis-Jugendamts in diesem Jahr um dieses ebenso wichtige wie spannende Thema drehen.
Im Rahmen der „Qualitätsentwicklung im Diskurs“ (QiD) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit Rheinland-Pfalz (IBEB) begrüßten Katrin Schramm, Franziska Sauer und Simon Patt (alle Kita-Fachberatung) zur ersten Veranstaltung zahlreiche Erzieherinnen und Erzieherinnen im Wilhelm-Boden-Saal der Kreisverwaltung.
Im Zentrum des Fachtags stand ein Vortrag von Prof. Dr. Anja Wildemann von der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU). Sie und ihr Team entwickeln gerade ein neues Verfahren zur alltagsintegrierten Sprachbeobachtung.
Kreisbeigeordneter Benjamin Geldsetzer hatte in seinen einleitenden Worten die Bedeutung von früher Sprachförderung betont – vor allem für Kinder mit Migrationshintergrund: „Jedes Kind muss die Chance haben, Deutsch gut zu lernen. Das ist eine entscheidende Grundlage für den weiteren Bildungsweg, für Teilhabe und gelingende Integration.“ Geldsetzers Dank galt allen Kita-Teams, die sich mit viel Geduld, Sachverstand und großem Engagement der täglichen Aufgabe widmeten.
Das Forschungsprojekt der rheinland-pfälzischen Wissenschaftlerinnen trägt den Titel „SiAb – Sprache im Alltag beobachten“. Bislang, so erläuterte Prof. Wildemann, fehle es noch an einem flächendeckenden Beobachtungsverfahren, das Fachkräfte in ihren Alltag einbinden könnten. Der Grundgedanke dabei: Eine gezielte Förderung braucht zunächst eine genaue Beachtung – beim Spielen, beim Vorlesen, beim Abziehen, eben typische Alltagssituationen. „Neu dabei ist, dass wir dies in enger Kooperation mit den Fachkräften entwickeln wollen“, sagte die Hochschullehrerin. Etwa 300 Kitas sollen letztlich bei dem bis 2028 laufenden Programm mitmachen (rund 100 sind es momentan), mit dabei sind aus dem AK-Land bereits die Kitas St. Jakobus und „Traumland“ (beide Altenkirchen) sowie die kommunale Kita Rott.

















