Keine Einigung im Tarifstreit: IG Metall bereitet Warnstreiks vor
Rheinland-Pfalz. In der Metall- und Elektroindustrie stehen neue Warnstreiks bevor. Nachdem auch die zweite Tarifverhandlung am Mittwoch (28. Oktober) in Hanau ohne Einigung geblieben ist, hat die Gewerkschaft IG Metall Arbeitsniederlegungen angekündigt. Bereits in der Nacht zum Sonntag, 1. November, sollen die ersten Warnstreiks beginnen. Betroffen sein könnten Betriebe in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland.
Hintergrund ist der Streit um höhere Löhne und die Zukunft der Arbeitsplätze. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem möchte sie Vereinbarungen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten erreichen. Auch eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen steht auf ihrer Forderungsliste.
Arbeitgeber bieten 1,3 Prozent mehr Geld ab 2028
Die Arbeitgeber haben dagegen eine Einmalzahlung für Juli 2027 angeboten. Diese soll sich grundsätzlich an einem Prozent des tariflichen Jahresbruttoentgelts orientieren und je nach wirtschaftlicher Lage des Betriebs angepasst werden können. Eine dauerhafte Lohnerhöhung um 1,3 Prozent ist erst ab Juli 2028 vorgesehen. Der Tarifvertrag soll insgesamt 26 Monate laufen.
Aus Sicht der IG Metall ist das Angebot deutlich zu niedrig. Bezirksleiter Jörg Köhlinger kritisierte nach den Gesprächen, dass die Arbeitgeber keine ausreichende Grundlage für eine schnelle Einigung geschaffen hätten.
Die Arbeitgeber verweisen hingegen auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Industrie. Viele Unternehmen kämpften mit hohen Kosten und einer schwachen Auftragslage. Zudem seien die Tariflöhne bereits im April dieses Jahres um 3,1 Prozent gestiegen.
Auch Betriebe in der Region könnten betroffen sein
Die Tarifauseinandersetzung betrifft rund 360.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland. Auch im Kreis Altenkirchen und im Raum Neuwied spielt die Branche eine wichtige Rolle. Die IG Metall ist dort mit Geschäftsstellen in Betzdorf und Neuwied vertreten.
Ob Unternehmen aus unserer Region an den angekündigten Warnstreiks teilnehmen werden, steht derzeit noch nicht fest. Konkrete Betriebe und Termine will die Gewerkschaft später bekannt geben.
Die sogenannte Friedenspflicht endet am Samstag, 31. Oktober, um Mitternacht. Danach sind Warnstreiks zulässig. Ein Termin für die nächste Verhandlungsrunde wurde bislang nicht vereinbart.
Quellen: IG Metall Mitte, Arbeitgeberverband vem.die arbeitgeber, SWR. Vorschaubild (Archivaufnahme von 2012): Frank Vincentz / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
















