HÖCHSTENBACH. Bernd Sanner, ein charismatischer Mann mit Tierliebe

HÖCHSTENBACH. Bernd Sanner, ein charismatischer Mann mit Tierliebe

Wenn man hört, jemand ist Metzger, dann denkt man, der schlachtet Tiere und hat kein Gefühl. Nein! Bei Bernd Sanner ist es genau das Gegenteil. Er ist feinfühlig und liebt Tiere über alles. Genau wie seine Frau Ilona. Am 29. Juli wurde das Ehepaar dafür vom Naturschutzbund NABU feierlich geehrt.

Was macht diese beiden Höchstenbacher so besonders? Sie sind bescheiden und geben gerne. Sie leihen sich nichts aus, wie wir in einem Interview mit unserer Zeitung erfuhren, höchstens mal in jungen Jahren. Den Beruf des Metzgers hat Bernd über 50 Jahre bei der Firma Hermes in Hamm an der Sieg ausgeübt. In Süddeutschland besuchte er zudem eine Meisterschule, die er mit den hervorragenden Kenntnissen eines Handwerkes sehr erfolgreich abschloss. Trotz seiner Erfolge ist er immer bodenständig geblieben. Eine Eigenschaft, die ihn und seine Gattin in besonderer Weise auszeichnen. Sie sind gastfreundlich, und schon nach wenigen Augenblicken fühlt man sich bei ihnen wie zu Hause.

Wenn er sich von einem Tier verabschieden musste, so Bernd Sanner, dann war das für ihn immer der Horror. Mit dieser Feinfühligkeit ist er nicht alleine. Aber wir merken, wie seine Augen feucht werden, wenn er davon spricht.

Ilona war jahrzehntelang bei der Firma Heyden in Hachenburg angestellt, ein Traditionsunternehmen, das in Deutschland und dem angrenzenden Ausland für hochwertige Lederwaren bekannt ist. Jahrzehntelang hat sie in der Umgebung als Kleingewerbe Lederwaren auf ihren Ständen angeboten. Wichtig war ihr es dabei immer, einen besonderen Stil zu wahren. Sie repräsentierte damit das Familienunternehmen in besonderer Weise. „Wie eine Tochter“, so der freundliche Hinweis eines langjährigen Mitarbeiters.

Maria Marquardt und Regina Fuchs von NABU besuchten die Jubilare zu Hause. Daraus entwickelte sich ein hochinteressantes Gespräch, das die Vielfältigkeit der NABU widerspiegelte. Mit über 980.000 Mitgliedern ist NABU der größte Naturschutzverband in Deutschland. Gegründet wurde der eingetragene Verein am 1. Februar 1899 von Lina Hähnle in Stuttgart, und zwar als Organisation für den Schutz von Vögeln, eigentlich aus dem Grund heraus, dass in Italien seinerzeit wahllos auf die fliegenden Zweibeiner geschossen wurde. Leider stehen sie in diesem Land auch heute noch hier und da auf Speisekarten.

„Wie bedeutsam ist die wertvolle Auszeichnung für Euch?““, wollten wir in dem Gespräch mit Ilona und Bernd wissen. „Es freut uns“, so die bescheidene Antwort. Das Ehepaar beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Taubenzucht. Klassischerweise ist die Taube das Tier des Friedens. Die älteste Taube der Welt wurde über 32 Jahre alt und fungierte als „Briefträger“ mit dem Namen Kaiser. Tauben haben von Natur aus einen extrem guten Orientierungssinn. Sie nutzen mehrere biologische Kompasse und Sinne gleichzeitig und sind somit in der Tierwelt einmalig und faszinierend.

Der Jahresbeitrag für den Naturschutzbund beläuft sich auf 48 Euro und kann bei Geringverdienern auf die Hälfte reduziert werden. Es ist gut angelegtes Geld, wenn man bedenkt, dass man hierfür viermal im Jahr eine interessante Zeitschrift ins Haus bekommt, freien Eintritt in den über 80 bundesweiten NABU-Naturzentren hat, vergünstigte oder sogar kostenfreie Exkursionen mitmachen kann, unfall- und haftpflichtversichert bei Veranstaltungen ist und die Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit des Beitrags in Anspruch nehmen kann.

Zurück zu Bernd und Ilona. Als Naturkundler führt Bernd Buch über gewisse Naturereignisse. So beobachtete er in diesem Jahr, dass die erste Schwalbe am 17. Mai nach Höchstenbach kam und somit den Frühling ankündigte. Im vergangenen Jahr war es aufgrund der Witterung bereits am 8. Mai, also neun Tage früher. Bei der Recherche während unseres Besuches informierte die leidenschaftliche Sängerin Regina, dass ein Papagei über 100 Jahre alt werden kann. Allgemein gilt die Regel, je größer ein Vogel ist, um so älter kann er werden. Eine Regel, die in gewisser Weise auch auf den Menschen zutrifft. Regina singt im Frauenchor FamOs, ein Ensemble von über 20 Sängerinnen, die am 5. September in der Mehrzweckhalle in Höchstenbach ein Konzert geben, wofür bereits jetzt fleißig geübt wird. (Werner Klak)

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