„Das Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1521-1530“
INGELHEIM – Buchvorstellung „Das Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1521-1530“ – Im Zuge des Editionsprojekts „Ingelheimer Haderbücher“ ist der dritte, von Dr. Werner Marzi herausgegebene Band erschienen. Die Stadt Ingelheim lädt aus diesem Anlass am 8. Oktober, um 18:00 Uhr in das Rathaus Ingelheim am Rhein (Neuer Markt 1) ein, um das Werk in einer kleinen Feierstunde vorzustellen. Neben Grußworten und einem Expertengespräch zur Edition wird es auch eine szenische Darbietung mittelalterlicher Gerichtsbarkeit durch die Theater-AG des Sebastian-Münster-Gymnasiums Ingelheim unter Leitung von Christoph Klein geben.
„Hader“ ist ein alter Ausdruck für Zank und Streit. Wenn sich Menschen streiten, müssen bisweilen Gerichte einschreiten und diese Konflikte verhandeln. Die Dokumentation historischer Gerichtsprozesse vermittelt uns eine Fülle von Informationen zum Leben früherer Epochen und ist daher für Historiker von höchstem Interesse. Mit den Haderbüchern – insgesamt 19 mittelalterliche Protokollbücher – besitzt die Stadt Ingelheim ein einzigartiges Kulturerbe. Sie stellen die frühesten seriell erhaltenen gerichtlichen Textzeugnisse im deutschsprachigen Raum dar und beinhalten Streitfälle wie z.B. gewöhnliche Nachbarschaftsstreitigkeiten, aber auch spektakuläre Wirtshausschlägereien und Beleidigungsfälle, die den Alltag der Menschen im späten Mittelalter ein Stück näher bringen.
Die Edition der Ingelheimer Haderbücher wird vom Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (IGL) betreut. Finanziell wurde und wird sie von der Stadt Ingelheim (Bd. 1-5) und der Fa. Boehringer (Bd. 1) getragen. Für die Bände 3 und 4 erfolgte darüber hinaus ein großzügiger finanzieller Zuschuss durch die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur.



















