BRD – Jeder Dritte reduziert Ausgaben, um die Stromrechnung zu bezahlen
BRD – Jeder Dritte reduziert Ausgaben, um die Stromrechnung zu bezahlen – Energy Transition Barometer – Deutsche sorgen sich um Energiekosten, Mehrheit unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien
Steigende Energiekosten belasten viele Haushalte in Deutschland: Drei von vier Bundesbürgern (76 %) sorgen sich derzeit um die Entwicklung der Energiepreise. Mehr als jeder Zweite (54 %) hat zudem den Eindruck, dass es schwieriger geworden ist, die Energiekosten des Haushalts zu tragen. Die Folgen zeigen sich auch im Alltag: 37 Prozent haben bereits ihre Ausgaben in anderen Bereichen reduziert, um ihre Stromrechnung bezahlen zu können, und 65 Prozent heizen oder kühlen ihr Zuhause weniger, um Geld zu sparen.
Gleichzeitig spricht sich eine Mehrheit für den Ausbau erneuerbarer Energien aus. Das zeigt das Energy Transition Barometer 2026 von Ipsos, für das in 32 Ländern weltweit Erfahrungen und Einstellungen zur Energieversorgung untersucht wurden.
Mehrheit befürwortet mehr Energieunabhängigkeit
Jenseits der persönlichen Belastungen durch steigende Energiekosten zeigen sich die Deutschen auch mit Blick auf die künftige Energieversorgung des Landes besorgt. 69 Prozent der Bundesbürger befürchten, dass sich Deutschland angesichts des aktuellen Weltgeschehens zu sehr auf ausländische Energiequellen verlässt. Eine knappe Mehrheit (57 %) ist zudem der Ansicht, dass die Energieunabhängigkeit Deutschlands Priorität haben sollte, selbst wenn dies höhere Kosten bedeutet.
Zweifel an der Stromversorgung für KI-Rechenzentren
Mit Blick auf die künftige Stromversorgung zeigt sich die Bevölkerung insgesamt zurückhaltend optimistisch. 44 Prozent der Deutschen glauben, dass ihre Region über ausreichend Strom verfügt, um die zukünftige Nachfrage zu decken. Ähnlich viele (43 %) sind zuversichtlich, dass der steigende Strombedarf durch zusätzliche Investitionen in erneuerbare Energien gedeckt werden kann.
Weniger Zuversicht herrscht beim Thema künstliche Intelligenz: Nur 32 Prozent sind überzeugt, dass ihre Region über ausreichend Strom verfügt, um den steigenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren zu decken. 28 Prozent bezweifeln dies.
Mehrheit setzt bei Investitionen auf erneuerbare Energien
Wenn es um Investitionen in die Stromversorgung geht, spricht sich eine klare Mehrheit der Deutschen (60 %) für erneuerbare Energien und Energiespeicheranlagen aus. Mit deutlichem Abstand folgen neue kleine modulare Kernreaktoren (39 %) sowie Öl- und Erdgaspipelines zur Verbesserung des Imports und Exports fossiler Brennstoffe (28 %).
Besonders groß ist die Zustimmung zum Ausbau der Solarenergie (74 %). Sieben von zehn Bundesbürgern (70 %) unterstützen zudem einen stärkeren Ausbau der Wasserkraft, 67 Prozent sprechen sich für mehr Windkraft aus. Gleichzeitig gelten diese Energiequellen als die umweltfreundlichsten Formen der Energiegewinnung: Solarenergie (84 %), Wasserkraft (82 %) und Windkraft (75 %).
Deutlich geringer fällt die Unterstützung für den Ausbau der Kernenergie (38 %) und von Gaskraft (33 %) aus. Die wenigsten Befürworter findet Kohle (17 %); zugleich wird sie mit Abstand am seltensten als umweltfreundliche Energiequelle wahrgenommen (13 %).
Carolin Basedow, ESG Lead und Nachhaltigkeitsexpertin bei Ipsos in Deutschland, sieht in den Ergebnissen einen klaren Hinweis auf die Erwartungen der Bevölkerung an die Energieversorgung der Zukunft:
„Unsere Daten zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland den Ausbau von Solar- und Windkraft fordert und Priorität auf Erneuerbare setzt. Dabei dürfte für viele nicht allein der Umweltaspekt eine Rolle spielen, sondern der Wunsch, sich aus der Abhängigkeit von teuren, ausländischen Energieimporten zu befreien. Die Energiewende wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern nicht nur als klimapolitische Aufgabe, sondern zunehmend auch als Frage der Versorgungssicherheit verstanden.“ IPSOS















