Auf den Spuren jüdischen Lebens in Altenkirchen – Stadtführung am Sonntag

Altenkirchen. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde gehört zu Altenkirchen, auch wenn heute nur noch wenige Orte unmittelbar an sie erinnern. Am Sonntag, 8. November, lädt die Stadt zu einem Rundgang ein, der diese Vergangenheit wieder sichtbar machen soll. Stadtführerin Cornelia Schneider führt die Teilnehmer zu Zeugnissen jüdischen Lebens und erzählt von Menschen, deren Geschichte eng mit der Kreisstadt verbunden ist.

Jüdisches Leben reicht Jahrhunderte zurück

Jüdische Familien lebten bereits vor mehreren Jahrhunderten in Altenkirchen. Sie waren als Händler und Handwerker tätig, führten Geschäfte und gehörten zum gesellschaftlichen Leben der Stadt. Ihre Geschichte war allerdings auch immer wieder von Ausgrenzung und Einschränkungen geprägt.

Im Mai 1884 wurde an der heutigen Frankfurter Straße eine Synagoge eingeweiht. Das Gotteshaus bot Platz für rund 120 Menschen und war über Jahrzehnte ein Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens.

Mit der nationalsozialistischen Herrschaft änderte sich die Situation grundlegend. Jüdische Einwohner wurden verfolgt und aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Während der Novemberpogrome 1938 zerstörten die Nationalsozialisten auch die Altenkirchener Synagoge.

Heute erinnern unter anderem eine Gedenkplatte am früheren Synagogenstandort, das Flammenmal vor der evangelischen Christuskirche und Stolpersteine an das Schicksal jüdischer Bürger.

Rundgang beginnt auf dem Schlossplatz

Die Stadtführung am Sonntag, 8. November, beginnt um 14 Uhr auf dem Schlossplatz in Altenkirchen und dauert etwa anderthalb Stunden.

Die Teilnahme kostet regulär 5 Euro pro Person. Kinder bis zwölf Jahre können kostenlos mitgehen. Informationen zur Anmeldung gibt es bei der Tourist-Information Altenkirchen-Flammersfeld unter den Telefonnummern 02681 85-193 und 02681 85-249.

Der Termin fällt unmittelbar vor den 9. November, an dem bundesweit an die nationalsozialistischen Novemberpogrome von 1938 erinnert wird.

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